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YOLO #NEUEDRINGLICHKEIT

Sophia Basler, Laura Ferrara, Martin Kradolfer, Matthias Nitz, Antonia Orha, Anina Pizzolato, Inbal Sharon, Véronique Wüllrich

Dringendes drängt zur Handlung. Handelnde, die Gleiches drängt, suchen und finden sich. Aus dieser Dynamik entsteht Energie und Motivation.
Eine Lehrperson kann nicht wissen, wo die Dringlichkeiten ihrer Klasse sein mögen. Es ist nicht möglich, einen Unterricht für diese Dringlichkeiten zu planen.
Es geht also darum, SchülerInnen die Struktur des Unterrichts gestalten zu lassen, um der Frage nachgehen zu können: Was ist für mich dringend? Worauf habe ich Lust?
Ganz nach dem Lebensmotto YOLO (You Only Live Once). YOLO nicht im Sinne von „Gib dich der Resignation und dem Konsum hin“, sondern im Sinne von „Du lebst nur einmal! Diese Welt ist auch deine Welt! Trage Verantwortung! Nutze die Zeit! Finde heraus, was für dich wichtig ist! Glaub’ an dich!“
Unser Anspruch als KunstvermittlerInnen liegt darin, die SchülerInnen herauszufordern und sie zu -ermutigen, die individuellen Dringlichkeiten zu erkunden und ihnen Ausdruck zu verleihen, um sich später im System Klasse wieder zu sich frei bewegenden Interessensgruppen zusammen zu schliessen. So wird nicht nur den eigenen Interessen nachgegangen, sondern auch dem Kollektivgedanken Platz und Entfaltungsspielraum zugestanden. „Ein WIR aus vielen ICHs.“
Wie können wir unsere Dringlichkeiten in Bezugssysteme einbetten? Wie positioniere ich mich mit meiner Dringlichkeit zur Schulklasse, zu meiner Nachbarin, zum Buschauffeur, zu  meinen MitschülerInnen und schliesslich zur Gesellschaft? Eine solche Frage ist hochpolitisch und damit in Bezug auf das System Schule eine prekäre Anlage. Denn es könnte sein, dass die Wände des Schulzimmers einbrechen, während sich die SchülerIn-nen aus dem Fenster lehnen.
Kunstunterricht braucht das Prekäre, um als Heraus-forderung zur Auseinandersetzung wahrgenommen zu werden. Geschieht dies, so ist der nächste Schritt ein Selbstläufer: Der Transfer der Dringlichkeit in eine Handlung.

Die Autorinnen und Autoren studieren Art Education an der HKB, HSLU oder ZHdK. Der Text entstand während der Netzwerkveranstaltung an der HSLU 2014 und nimmt Bezug auf Text Nr. 112 »MANIFEST – Neue Dringlichkeit« / 2011 aus dem Buch What’s Next? Kunst nach der Krise (hg. v. Johannes M. Hedinger, Torsten Meyer, Berlin 2013) auf Seite 411.

[Dieser Text findet sich im Reader Nr. 2 auf S. 37.]

[Es sind keine weiteren Materialien zu diesem Beitrag hinterlegt.]

Sophia Basler

(*1989), Studentin im Master of Art Education in der Vertiefung bilden&vermitteln an der ZHdK.

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Laura Ferrara

(*1985), bis 2012 Studium in der Vertiefung Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste und seit 2013 Studentin an der ZHdK im Master Art Education, bilden & vermitteln.

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Martin Kradolfer

(*1976), Bildender Künstler, Arbeitsschwerpunkte: Formlose Ähnlichkeit und Funktionalisierte Abstraktion. Seit 2013 Studium an der Hochschule Luzern im Studiengang Fine Arts, Major Art Teaching.

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Matthias Nitz

(*1972) studierte Industriedesign an der Burg Giebichenstein in Halle/S. und ist seit einem guten Jahrzehnt in einem breiten Feld zwischen Design, Fotografie und Kunst tätig. Seit 2013 besucht er an der Hochschule Luzern das Master-Studium Fine Arts mit dem Major Art Teaching.

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Antonia Orha

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Anina Pizzolato

(*1988) studiert Art Education im Master an der ZHdK.

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Inbal Sharon

(*1988), Masterstudium Art Education, bilden und vermitteln an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

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Véronique Wüllrich

(*1985), studiert aktuell im Master Art Education an der Zürcher Hochschule der Künste, unterrichtet an verschiedenen Institutionen Kunst und gestalterische Fächer und engagiert sich für Kunstvermittlungsprojekte mit Kindern und Jugendlichen im Freizeitbereich.

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