define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true); Heterogenität – what's next? https://whtsnxt.net Kunst nach der Krise Thu, 10 Jan 2019 12:00:49 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Zeichnung – Gedankenstriche zu einer altbekannten terra incognita https://whtsnxt.net/203 Mon, 05 Jan 2015 13:16:27 +0000 http://whtsnxt.net/202 Die folgenden Gedankenstriche unternehmen einen Versuch. Sich der Zeichnung aus der Disziplin der Kunstgeschichte heraus nähernd, soll das Zeichnen im kunstpädagogischen Feld des Systems Schule in einer erkenntnisorientierten und gleichwohl ergebnisoffenen Dimension perspektiviert werden2.
– Zunächst eine Bemerkung zum Modus kunsthistorischen Arbeitens. Die akademische Disziplin der Kunstgeschichte integriert, wie jede Disziplin, heterogene Denk- und Arbeitsweisen. Das „Erklären“ der Bilder (=Werke) aus ihrem kulturellen und geschichtlichen Ort heraus wirkt jedoch, in Anlehnung an Erwin Panofsky, weit in die Kunstpädagogik hinein. Im Fachdiskurs betrifft dies, neben dem an humanistischer Bildung orientierten kunstpädagogischen Denken, auch kritische Positionen der Kunstvermittlung, die sich über Bourdieu wiederum, wenn auch implizit, an der kunstgeschichtlichen Denkweise Panofskys informieren3. So divers hier argumentiert wird, die Kunstgeschichtsschreibung, auf die rekurriert wird, ist – zumindest -implizit – mit Panofskys Stufenmodell und dem hieraus folgenden „Erklären“ von Kunstwerken verbunden. -Dieses „Erklären“ basiert darauf, den Entstehungszusammenhang der Werke mittels historischen Wissens (Quellentexten und anderen historischen Zeugnissen) zu rekonstruieren und die den Werken eigene Motivik hieraus auf ihren symbolischen und inhaltlichen Gehalt hin zu interpretieren4. Paradigmatisch liesse sich dies an Panofskys Arbeit zu Albrecht Dürers auf 1514 datierten Kupferstich Melencolia I aufzeigen5. Auch wenn dies den Rahmen hier sprengen würde, wird gerade an Panofskys Auseinandersetzung mit dieser Grafik Dürers eine folgenreiche Perspektive auf die grafische Kunst deutlich. Panofskys Überlegungen orientieren sich, bezogen auf das grafische Blatt der Melencolia I, ausschliesslich an wiedererkennbaren Motiven, und damit gegenständlichen Darstellungen und deren Zusammenstellung im Bild. Die grafische Darstellungsweise, ihre anschaulichen Qualitäten und deren eigene Sinnstiftung spielen in den Überlegungen Panofskys dagegen keine Rolle. Den Fokus seiner kunstgeschichtlichen Argumentation bildet der dargestellte Gegenstand.
– Bezogen auf eine kunstpädagogische Situation im schulischen Kontext hat insofern ein durch Panofsky informiertes Denken Konsequenzen: Nicht die (Selbst-)Tätigkeit des künstlerischen Prozesses steht von Panofsky ausgehend im Zentrum, sondern die Wiedererkennbarkeit eines Gegenstandes. Auf das Zeichnen bezogen bedeutet dies: Die potentiell vielfältigen Möglichkeiten eines zeichnerischen Prozesses werden auf das „fertig“ gezeichnete, gegenständliche Produkt einer vorstrukturierten zeichnerischen Tätigkeit (Einhaltung der Perspektive, Volumina, etc.) reduziert. Albrecht Dürer, mit dem sich Panofsky wiederholt intensiv auseinandersetzte, spielt für diese Tradition westlicher Zeichnungskunst eine bedeutende Rolle. 1525 erschien Dürers Underweysung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheyt6, die der perspektivischen Konstruktion von Gegenständen und Körpern als Mass des zeichnerischen Handwerkes gewidmet ist. Bekannt ist etwa die in diesem Zusammenhang stehende Grafik Dürers zum velum, einem Zeichenapparat zur perspektivischen Wiedergabe eines dreidimensionalen Körpers auf der Fläche7. Inwieweit heutige Curricula in ihren Kompetenzzielen mit diesen Underweysungen des frühen 16. Jahrhunderts korrespondieren, wäre zu überprüfen.
– Mit Bezug auf Pazzinis Entwurf einer KunstPädagogik, die aus ihrer Zeitgenossenschaft mit der jeweiligen Gegenwartskunst Konsequenzen für ihr pädagogisches Handeln zieht, hier eine andere kunsthistorische Skizze zu möglichen Dimensionen der Zeichnung. Gegenstand der folgenden Skizze ist nicht eine Zeichnung, sondern eine fotografische Arbeit des Künstlers Jeff Wall, ein 119 x 164 cm grosses Diapositiv im Leuchtkasten, dessen Titel gegenständlichen Bestand und Handlung des Bildes erläutert: Adrian Walker, artist, drawing from a specimen in a laboratory in the Dept. Of Anatomy at the University of British Columbia, Vancouver8. Das Diapositiv gibt den Blick auf den Künstler frei, der mit seiner in Arbeit befindlichen Zeichnung am Tisch vor dem Präparat – einem mumifiziert erscheinenden Arm mit Hand –  sitzt, den Blick auf Skizze oder Präparat gesenkt, die rechte Hand ruht mit dem Zeichenstift auf dem Zeichenbrett auf. Der Tisch steht in einer Ecksituation vor einem Fenster, durch das offensichtlich genügend Licht hereinfällt, das die weissen Kacheln der Wand zurückwerfen. Eine auf dem Fensterbrett stehende Schreibtischlampe gibt kein zusätzliches Licht. Der Künstler sitzt in der linken Bildhälfte, rückwärtig gefasst durch einen Hängeschrank und, darunter stehend, aufeinandergetürmte Plastikkübel. Die rechte Bildhälfte ist dem Tisch mit dem Präparat vorbehalten und wird rechts durch das Fensterbrett, die darauf stehenden Utensilien und das spiegelnde, und insofern den BildbetrachterInnen keinen Blick nach aussen gewährende Fenster beschlossen. Die Anordnung der Situation lenkt, und dies kann hier nicht weiter in einer genaueren Bildbeschreibung ausgeführt werden, den Blick auf drei zentrale Bildbereiche: das Präparat, die Zeichnung mit der ruhenden Hand des Künstlers und dessen Kopfwendung auf Zeichnung und Präparat. Die Verbindung dieser Zentren liegt in der Handlung des Zeichnens selbst, also einem Moment, den die Fotografie gerade nicht zeigt. Vielmehr stellt Wall über die Verschiebung des Zeichnungsaktes in eine ruhende Situation das Zeichnen als ein Verhältnis dieser Zentren dar. Das aus diesem Verhältnis entstehende Produkt, die Zeichnung des mumifizierten Armes, muss sich die Aufmerksamkeit der Betrachtung mit den anderen Zentren teilen: Zeichnen wird hier als ein Prozess erfahrbar, der nicht auf das Produkt ausgerichtet ist, sondern dessen Relevanz im Akt des Zeichnens selbst liegt. Wie auch immer dieser aussehen mag. KunstPädagogisch tritt damit gegenüber der perspektivischen Konstruktion des dargestellten Körperteiles als Produkt der Zeichnung der Zeichenprozess in den Vordergrund. Was sich, im Diapositiv Walls bei aller Tiefenschärfe der Fotografie, in der reduzierten Wiedererkennbarkeit des mumifi-zierten Armes in der bereits sichtbaren Zeichnung niederschlägt: Der Winkel, in dem der Blick der BildbetrachterInnen auf die Zeichnung fällt, verunklärt diese Wiedererkennbarkeit in Richtung einer Bündelung von gezeichneten Linien.
– Die voranstehenden Überlegungen zu Jeff Wall’s Adrian Walker verzichten darauf, die kunsthistorischen Bezüge des Werkes zu anatomischen Zeichnungen oder den kompositorischen Aufbau der Bildanlage zu Dürers Zeichner, der einen liegenden Akt zeichnet in Bezug zu setzen. Die Gegenständlichkeit des Diapositivs wurde nicht auf ikonografische Anspielungen oder ikonologische Implikationen hin befragt. Vielmehr ging es darum, den bildlichen Sinn des Diapositivs im Modus der kunsthistorischen Arbeitsweise der Ikonik Max Imdahls zumindest ansatzweise zu erarbeiten. Anders als die gegenstandsgebundene Arbeitsweise Panofskys ermöglicht die Ikonik, auch die nichtgegenständlichen Bildanteile hinsichtlich ihrer Sinnstiftung für den gesamten Werkzusammenhang zu erschliessen9. Dies ergibt für den Umgang mit der Zeichnung, die auf dem Verhältnis von darstellenden Linien, Spuren, Formationen und freistehender Fläche beruht – und dies unabhängig davon, ob es sich um gegenständliche oder freie Zeichnungen handelt – durchaus Sinn10.
– Dass und wie künstlerisches Handeln und dessen materieller Niederschlag Erkenntnis generiert, wird unter dem Begriff der künstlerischen Forschung intensiv diskutiert11. Ohne den Begriff fahrlässig auszuweiten, hier eine kurze Überlegung zu einem Erkenntnismodus der anatomischen Zeichnung bei Leonardo – als einem derjenigen Künstler, deren Zeichnung bis heute intensiv rezipiert wird. Seine Studienblätter zum Muskelverlauf der Schulter oder zur Lage und Verbindung des Uterus zeigen einen erkenntnisorientierten Umgang der Zeichnung, die dem Verständnis anatomischer Zusammenhänge dient. Anders als in einer Visualisierung von vorhandenem Wissen erproben diese Zeichnungen ihre anatomische Erkenntnis, indem sie sie erst aufzeigen. Anders ausgedrückt: Leonardo erzeichnet sich (und uns) ein anatomisches Verständnis. Insofern öffnen diese Zeichnungen den Erkenntnisprozess, auch wenn sie, auf eine gegenständliche Betrachtung reduziert, die korrekte Lage der Organe und Muskeln zu definieren scheinen.
Eine kunstPädagogische Perspektive ist zur Entwicklung eines Verständnisses von Zeichnung nicht nur auf Werke früherer Zeiten, sondern auch auf die Gegenwartskunst gewiesen. Deren Umgang mit der Zeichnung ist durchaus heterogen. Gerade deshalb aber sind gegenwärtige Positionen für den kunstpädagogischen Umgang mit der Zeichnung von Interesse. Fokussiert wird hier zumindest ansatzweise auf die Zeichnung bei Tacita Dean, Toba Khedoori, Kateřina Šedá.
– Tacita Dean ist spätestens seit der documenta 13 (2012) für ihre grossformatigen Kreidezeichnungen auf Tafeln bekannt12. Dean nutzt das Dunkel der Tafel ebenso wie die Abstufungen des Weiss der Kreide. Verwischt und im Wechsel von Tafelgrund und Weisshöhung akzen-tuiert, evoziert Dean mit ihren Zeichnungen erzählerische Zusammenhänge. In die Kreidelandschaften eingefügt sind schriftliche und gegenständliche Verweise auf ein Geschehen, dass das Dargestellte (wie Berge, Wellen, Schiff, menschliche Figur) in erzählende Zusammenhänge einbettet. Ebenso wirksam wie diese konkreten Verweise auf tradierte Erzählungen und -Geschehnisse ist die Verweisstruktur der materialen Kreidezeichnung selbst. In ihren Fingerspuren, Verwischungen und Abdrücken weist die Zeichnung ihre Entstehung, und damit die Evokation von Darstellung, als einen individualisierten Prozess aus, dem insbesondere die Veränderung eigen ist.
– Toba Khedoori isoliert in ihren ebenfalls grossformatigen Zeichnungen Objekte (Stuhl, Fenster, Tür) in einer weiträumigen Bildfläche13. Ihr Zeichenwerkzeug besteht aus Wachs, einem scharfen Gegenstand, Ölfarbe und den Sedimenten des Arbeitsprozesses. Khedoori überzieht die Fläche mehrfach mit einer transparenten Wachsschicht, ritzt die Umrisslinien des frei in der Fläche schwebenden Objektes ein und füllt die Flächen mit Ölfarbe. Was an Staub, Flusen, menschlichen Haaren während des Arbeitsprozesses aufgewirbelt wird, schreibt sich in die Wachsschicht ein. So präzise und konkret die Formgebung der Ritzzeichnung das -Objekt in der Fläche definiert, so offen bleibt das Verhältnis des Objektes zu den zeichenhaft in den Wachsschichten eingeschlossenen Sedimenten. Die Zeichnung prägt jedoch beides: präzise Definition und unkontrolliertes Sediment.
– Kateřina Šedá agiert mit ihrer Arbeit over and over im sozialen Raum14. Was hieraus hervorgeht, sind einerseits die Veränderungen, die die künstlerische Aktion Šedás im Denken und Handeln der Beteiligten auslöst. Andererseits aber entsteht aus solchen Aktionen Šedás eine Art installative Summe, die in Ausstellungen sichtbar (und teils hörbar) wird. Der Zeichnung kommt darin ein hoher Stellenwert zu. Als reduzierte Notation, konzeptuelle Überlegung, Akzentsetzung, Reflektion, Ordnungs- und Vernetzungsmoment durchziehen kleinformatige Zeichnungen Šedás Installation des over and over. Gegenüber den der Installation integrierten fotografischen und Videoaufzeichnungen stellen die Zeichnung Šedás jene Distanz zum Geschehen der Aktion her, die etwas sichtbar werden lässt. Anders ausgedrückt: Šedá lotet Zeichnung, eingebunden in die Installation over and over, in ihrer reflektiven Dimension aus.
Und jetzt? Zu wünschen ist, dass das Verständnis dessen, was Zeichnung und Zeichnen in der Schule ausmacht, sich an der Differenz der Zeichnung reibt, die Heterogenität aushält, und, nicht zuletzt, die Zeichnung als ein Handeln zu verstehen, dessen Relevanz in Prozess und Handlung des Zeichnens, statt in dessen Produkt liegt. Mit allen Herausforderungen eines ergebnisoffenen (kunst)pädagogischen Geschehens im System Schule.

1.) Terra incognita bezieht sich hier auf ein am Institut LGK HGK FHNW laufendes Projekt zum Zeichnen im Bildnerischen Gestalten, Sek II, siehe www.kunst-mobil.ch [4.1.2015]
2.) Wenn hier auch nicht weiter auf das kunstpädagogische Symposium -Zeichnen als Erkenntnis eingegangen wird, sei zumindest auf die Website verwiesen: www.zeichnen-als-erkenntnis.eu [10.3.2014]
3.) Zu Bourdieus Auseinandersetzung mit Panofsky siehe: Heinz Abels, „Die Zeit wieder in Gang bringen. Soziologische Anmerkungen zu einer unterstellten Wirkungsgeschichte der Ikonologie von Erwin Panofsky“, in: Bruno Reudenbach (Hg.), Erwin Panofsky. Beiträge des Symposiums Hamburg 1992, Berlin 1994, S. 21–22. Weiterführend hierzu siehe: Beate Florenz, „Kunstvermittlung: Eine epistemische Praxis“, in: Flavia Caviezel, et al. (Hg.), Einblicke in Forschungspraktiken der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, Zürich 2013, S. 41–46.
4.) Erwin Panofsky, Sinn und Deutung in der bildenden Kunst. Köln 1996. Ekkehard Kaemmerling (Hg.), Ikonographie und Ikonologie: Theorien – Entwicklung – Probleme. Köln 1994.
5.) Raymond Klibansky, Saturn und Melancholie: Studien zur Geschichte der Naturphilosophie und Medizin, der Religion und der Kunst. Frankfurt/M. 1990.
6.) Albrecht Dürer, Underweysung der messung mit dem zirckel un richtscheyt in Linien, ebnen unnd gantzen corporen [Unterweisung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheit in Linien, Ebenen und ganzen Corporen]. Unterschneidheim 1972 [1525].
7.) So der Holzschnitt: Albrecht Dürer, „Zeichner, der einen liegenden Akt zeichnet“, um 1527 entstanden, 7,6 x 11,2 cm, Berlin, Staatliche Museen, Kupferstichkabinett.
8.) Jeff Wall, „Adrian Walker, artist, drawing from a specimen in a laboratory in the Dept. of Anatomy at the University of British Columbia, Vancouver“, Diapositiv im Leuchtkasten, 1992, 3 Abzüge + 1 Künstlerabzug, 119 x 164 cm.
9.) Siehe Max Imdahl, „Cézanne – Braque – Picasso. Zum Verhältnis zwischen Bildautonomie und Gegenstandssehen“ (1974), in: Ders., Gesammelte Schriften, hg. v. Gottfried Boehm, Frankfurt/M. 1996, S. 303–380. Imdahl erarbeitet ikonisches Denken in diesem Text an Malerei und Zeichnungen.
10.) Siehe Max Imdahl, „Zu einer Zeichnung von Norbert Kricke“ (1988), in: Ders., Gesammelte Schriften, hg. v. Angeli Janhsen-Vukicevic, Frankfurt/M. 1996, S. 539–546.
11.) Zur künstlerischen Forschung siehe insbesondere: Elke Bippus (Hg.), Kunst des Forschens: Praxis eines ästhetischen Denkens, Zürich 2009; Corina Caduff et al. (Hg.), Kunst und künstlerische Forschung, Zürich 2010, Isabelle Graw (Hg.), Artistic research, Berlin 2010.
12.) Auf der dOCUMENTA (13)  war die folgende Arbeit zu sehen: Tacita Dean, „Fatigues“, 2012, Chalk on blackboard, 230 x 1110 cm; 230 x 557 cm; 230 x 744 cm; 230 x 1110 cm; 230 x 557 cm; 230 x 615 cm. Siehe auch: www.frithstreetgallery.com/works/view/fatigues [2.11.2014] sowie den Katalog: Theodora Vischer, Isabel Friedli (Hg.), Tacita Dean, Analogue: Zeichnungen 1991–2006, Göttingen 2006.
13.) Siehe zu diesen Arbeiten Khedooris: Toba Khedoori: Gezeichnete Bilder (Ausst.kat.), mit Textbeiträgen von Lane Relyea und Hans Rudolf Reust. Basel 2001.
14.) Siehe: Fanni Fetzer (Hg.), Kateřina Šedá. Talk to the sky ’cause the ground ain’t listening (Ausst.kat.), Luzern 2012. Sowie, zu „over and over“: Kateřina Šedá, Over and over, Zürich 2010.

]]>
Variations on an Audience1 https://whtsnxt.net/064 Thu, 12 Sep 2013 12:42:40 +0000 http://whtsnxt.net/variations-on-an-audience/ Ladies and Gentlemen:
Audiences are endangered species. They are slowly vanishing in this world showered with limelight, where fifteen minutes of fame is now a cacophony of 24/7 programming. We all speak at the same time, and no one listens. When everyone is an artist, no one can be in the audience. We only sit off stage because we are waiting for our turn at the lectern.
What we call an audience today, like the one here tonight, is nothing more than a collection of highly individualized minds. You all are authors, we all produce things: you take pictures, you write blogs, you all own creative real estate. You all here tonight are so different from each other. How can I, or anyone, talk to you in a comprehensive manner, so that you all feel engaged?
Unfortunately, most people who lecture have failed to recognize this simple fact. They still speak to audiences as if they existed as one whole, as if this hypothetical and amorphous mass was a homogenous group of listeners, not a heterogeneous entity of speakers. They talk to this hypothetical audience as if it thought and felt exactly like them.
Let’s take, for instance, Slavoj Zˇizˇek. Slavoj Zˇizˇek talks to everyone as if we all were Slavoj Zˇizˇek. A scholar assumes we all are scholars interested in long bibliographies and in the reference to that 1974 book where the footnote of the footnote clarifies what the footnote of the footnote of the 1973 version didn’t clarify.
Artists, when they are invited to speak, usually think that their audience wants them to act as if they don’t care about them, but of course artists care, and their audiences – well, their audiences usually are other artists who are respectful enough, but what they really want is not to be in the audience but to be the artist who is speaking.
So it is very painful for me to say this, but the truth is that in this post-postmodern world, we all are confused about when to speak and when to listen. As a result of this, we are both unprofessional speakers and unprofessional audiences.
This spells slight doom, the temporary boredom we all have to live through every time we attend a lecture. We don’t even know why we do it. But it shouldn’t be that way.
Lectures could be like sex. They could be like the seduction of love, like the erotic dance or the magic act or the psychic séance or the hypnotic session. All it takes is for the speaker to find a way to talk to each one of the persons in the room as if it were a one-to-one conversation – an audience whisperer.
So by all means, then, let’s do variations on an audience, or rather, on this non-audience. I will talk not to all of you, but to each of you. For this exercise I will assume that, among the group here there is at least one person of the following sort:
1. Theorists. That is public intellectuals, poststructuralist scholars, downtown East Village, readers of October magazine.
2. Chelseaspeakers. Uber-professional art speakers, curators, consultants, critics.
3. Grant-writers and administrators. Working for nonprofit organizations and the U.S. government and the Department of Education or School Board.
4. “Show-me-the-money“ speakers. No-nonsense, uncomplicated, like when we talk about art late at an after party after a few drinks.
Now that we have established the four sets of individuals that I will be addressing, I will now repeat my introduction in these four ways, starting with the Speaker version 1 style:
The construct of the spectator as redefined today by post-technological networks reunites a number of given implications that, upon close examination, reveal society – and its involutionary transformation – as a product of a demystified late-capitalist model without centers and reformulated contents.
The involution of cultural communication into a system of seemingly original producers of knowledge, as opposed to receivers, creates a different activity universe that contrasts with the deflection of speech, a seemingly anti-political task of horizontal results. Where one searches for the hidden receiver finds instead the manifested materialization of parallel mimetic producers. It is the fabrication of the plot of the content, the substance of normative principles of inclusion of concepts, that varies only in stylistic practices of scientific postmodernity, usually not self-identified as such but actively embracing a regiment of exclusionary concept definitions within a well-founded domain of references visible only to reduced agents of the operation.

Speech Version 2:
The notion of audience has been redefined today by posttechnological networks. Cultural producers today produce works that critique Western notions of collective spectatorship and propose new critical models.
Notions of performance are incorporated in this new critique, resulting in innovative explorations that operate in the realm of conceptual art in various formats. The viewer becomes an active participant in the work, which explores notions of viewers becoming active participants.
The work becomes an active participant in the viewer, which is an exploration of notions of viewers. These works are conceptual narratives that question a variety of concepts, including the way in which spectators receive information in a postmodern world. These practices thus become explorations of conceptual information of notions of participants that participate in notions of information of conceptual explorations.

In other words, Speech Version 3:
Audiences in our global world today face the challenges and the opportunities that come along with the emerging forms of expression. In this multicultural and multidisciplinary society, there are multiple voices that reflect our diverse culture and that are important to support. In some cases, these voices will challenge the viewer to reflect on important issues we all face, but they all reflect the feelings and thoughts of others and are representative of the diversity of original community voices that we all should strive to support. We only face, as a society, the challenge to expand our long-term partnerships and advisory support to those who have an important message to convey to their constituents, building enduring foundations for community partnerships with real solutions. By acting together, we can overcome the obstacles that for too long have prevented real change on the critical issues that audiences face in art and in life, fulfilling the long objective of change, creativity, and achievement for the generations to come.

Speech Version 4:
I mean it’s like sometimes because you are online so much and you get to like get to do all this like blogs and apps and movies and stuff it’s like today everything is so easy to do so why do we need anyone else doing it but us, like today things maybe have become retarded or something when you really think about it it’s really amazing like everything can mean anything because anyone can do whatever. I mean like today the world and like culture has become a place where we all talk about ourselves and then it like makes everything look the same because no one seems to be listening or something. I mean that’s cool, but it’s like if I am talking and you are talking and he is talking and then if we just talk in different ways that doesn’t mean we are saying different things if you know what I am saying. It’s like that is how it’s done today when we just say what we have to say and we know why we say it and we know what you are going to say so what’s the point of even saying it, but the point that there is no point is maybe like the point.
And now, to merge these styles, we will patch together the choir of art world voices. You can call it an audience fugue:
The construct of the spectator as redefined today by post-technological networks reunites a number of given implications that, upon close examination, I mean it’s like sometimes because you are online so much and you get to like get to do all this like, audiences in our global world today face the challenges and the opportunities that come along with the emerging forms of expression. The notion of audience has been redefined today by post-technological networks – and its involutionary transformation – as a product of a demystified late-capitalist model without centers and reformulated contents. The involution of cultural communication into a system of seemingly original producers of knowledge it’s like today everything is so easy to do so why do we need anyone else doing it but us, In this multicultural and multidisciplinary society Cultural producers today produce works that critique western notions of collective spectatorship as opposed to receivers creates a different activity universe that contrasts with the deflection of speech, blogs and apps and movies and stuff, like there are multiple voices that reflect our diverse culture and that are important to support, today things maybe have become retarded or something when you really think about it it’s really amazing like a seemingly anti-political task of horizontal results.
In some cases, these voices will challenge the viewer to reflect on important issues we all face, where one searches for the hidden receiver finds instead the manifested materialization of parallel mimetic producers but they all reflect the feelings and thoughts of others and are representative of the diversity of original community voices that we all should strive to support, I mean everything can mean anything because anyone can do, like, whatever. It is the fabrication of the plot of the content, I mean like today the world and like, the substance of normative principles of inclusion of concepts, that we only face as a society the challenge to expand our long-term partnerships and advisory support to those who have an important message to convey to their constituents, These works are conceptual narratives that question a variety of concepts, where we all talk about ourselves and then it like makes everything look the same because no one seems to be listening or something. By acting together, we can overcome the obstacles that for too long have prevented real change on the critical issues that audiences face in art and life, only in stylistic practices of scientific postmodernity, I mean that’s cool, but it’s like if I am talking and you are talking and he is talking and then if we just talk in different ways that doesn’t mean we are saying different things, like These practices thus become explorations of conceptual information of notions of participants, building enduring foundations for community partnerships with real solutions, usually not self-identified as such but actively embracing a regiment of exclusionary definitions that participate in notions of information of conceptual explorations, if you know what I am saying, including the way in which spectators receive information in a postmodern world, and we know why we say it and we know what you are going to say so what’s the point of even saying it, within a well-founded domain of references visible only to a reduced agents of the operation, fulfilling the long objective of change, creativity, and achievement for the generations to come, an exploration of notions of viewers, Its like that is how its done today when we just say what we have to say but the point that there is no point is maybe, like, the point.

Wiederabdruck
Dieser Text erschien zuerst in: Helguera, Pablo: Art Scenes: The Social Scripts of the Art World, edited by Rebecca Roberts, Jorge Pinto Books Inc., 2012.

1.) This performance lecture, designed to be performed only once with no documentation other than this written script, was presented at the Bruce High Quality Foundation University in New York on October 13, 2009.

]]>