define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true); Umweltschutz – what's next? https://whtsnxt.net Kunst nach der Krise Fri, 21 Mar 2025 08:43:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Kunstschaffen in Japan nach Fukushima https://whtsnxt.net/166 Thu, 12 Sep 2013 12:42:48 +0000 http://whtsnxt.net/kunstschaffen-in-japan-nach-fukushima/ Japan – ein Land in der Krise
Der 3. März 2011 war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte Nippons. Die Dreifachkatastrophe von Nordostjapan mit Erdbeben, Tsunami und AKW-Unglück hat sich tief in das Bewusstsein der Nation eingeprägt. Die Auswirkungen sind weitreichend und beeinflussen das tägliche Leben der Japanerinnen und Japaner heute noch unvermindert. Post Fukushima ist eine Zeit des Traumas für die Bevölkerung. Der Glaube an die sichere Nutzung von Atomenergie ist mit einem Schlag verschwunden, das Vertrauen in die Regierung ist erschüttert, und Zukunftsängste machen sich breit.
Seit dem Platzen der Bubble in den 1990er Jahren ist es mit Nippon wirtschaftlich stetig abwärts gegangen. Der Mythos der unbesiegbaren Japan AG ist wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen. Firmen wie Sony, Sharp und Panasonic – einst der Stolz der Nation – kämpfen ums pure Überleben und werden von internationalen Ratingagenturen auf Ramsch-Niveau herunterklassiert. Auch demographisch sieht es für Japans Zukunft düster aus. Schon jetzt weist Nippon die höchste Überalterung unter den Industrienationen auf.
Mit dem historischen Besuch von Ministerpräsident Medwedew auf der nördlich von Japan gelegenen Insel Kunashiri im Juli 2012 unterstrich Russland den Anspruch auf die seit dem zweiten Weltkrieg besetzten Kurileninseln. Medwedew nannte sie „einen wichtigen Teil des russischen Territoriums“ und löste damit eine neue Eiszeit in den russisch-japanischen Beziehungen aus. Am 10. August gleichen Jahres flog der südkoreanische Präsident Lee unter starkem japanischen Protest auf die zwischen Japan und Korea gelegenen Takeshima-Inseln und unterstrich den koreanischen Besitzanspruch. Gleichzeitig forderte China von Japan die Rückgabe der seit 1895 unter japanischer Verwaltung stehenden Senkaku Inseln. Der eher hilflose politische Schachzug Tokios, die Inseln von den privaten japanischen Besitzern zu kaufen und zu nationalisieren, führte zu einem handfesten Streit mit China und heftigen antijapanischen Protesten.
Innerhalb nur weniger Monate sah sich Japan plötzlich mit Territorialkonflikten an drei verschiedenen Fronten konfrontiert. Das führte unweigerlich dazu, dass nationalistische Kräfte in Japan an Zuwachs gewannen und mit viel Polemik und Säbelrasseln gegen die scheinbar so aggressiven Nachbarn hetzen. Japans Rechte möchte das Militär stärken und den sogenannten Friedensartikel aus der Verfassung streichen. Eine Verfassung, die – so ist die weitläufige Meinung – Japan 1947 durch die Amerikaner aufdiktiert worden war und nicht mehr zeitgemäß sei. Da das Selbstwertgefühl vieler Japaner durch die Ereignisse der vergangenen Monate angekratzt ist, erwartet man bei den nächsten Wahlen einen noch deutlicheren Rutsch nach rechts. 

Hilflosigkeit nach der Katastrophe
Während man in vergangenen Jahrhunderten nach Naturkatastrophen die offensichtlich erzürnten und aufgebrachten Götter durch Tanz, Theater und Musik zu besänftigen versuchte und aufwändige Matsuri (Schreinfeste) veranstaltete, war Japan nach der Dreifachkatastrophe von Nordostjapan paralysiert. Jisshuku hieß das Motto – selbstauferlegte Zurückhaltung. Konzerte wurden abgesagt, Ausstellungen wurden gestrichen, Kino-Premieren fanden nicht statt. In den Monaten nach dem 11. März 2011 hing ein dunkler Trauerflor über Japan. Wenn überhaupt, dann fanden kulturelle Anlässe nur statt, wenn sie Benefizcharakter aufwiesen.
Die für ihre extravaganten Kostüme bekannte Schlagersängerin Sachiko Kobayashi wurde beispielsweise heftig kritisiert, weil sie nach der Katastrophe keine bescheidene Kleidung trug. Die Welt des japanischen Schlagers (Enka) vermittle Werte wie Moral und Würde, befand man. Extravagante Kleidung zu tragen sei eine Geldverschwendung und gehöre sich nicht nach einem Ereignis, das so viel Leid über die Bevölkerung gebracht hatte. Kobayashis geplanter Auftritt in der größten japanischen TV-Neujahrsshow wurde in der Folge abgesagt.
Seit Fukushima ist in Japan nichts mehr so, wie es einmal war. Der bisherige Status quo scheint aufgehoben. Es herrscht keine Stabilität mehr, und die Verunsicherung unter den Leuten ist groß. Viele Kunstschaffende sehen seit der Katastrophe ihre Aufgabe darin, die Leute immer wieder daran zu erinnern, was passiert ist. Das Vergessen lullt ein und macht selbstgefällig. Da die politisch mehrheitlich indifferenten Bürger nicht in der Lage zu sein scheinen, die unbequemen Fragen zu stellen und Missstände anzuprangern, fühlen sich oft die Künstler verpflichtet, in die Bresche zu springen.

Die Rolle der Kunstschaffenden
Kreativschaffende aus den Bereichen Kunst, Design, Foto und Film haben sich nach der Katastrophe in Fukushima in einer Gruppe organisiert, die sich ACT FOR JAPAN (A4J) nennt und die aktive Unterstützung der Betroffenen in den Erdbebengebieten zum Zweck hat. Es folgten andere Gruppierungen mit ähnlichen Zielen, z. B. Art for Life (A4L), Japan Art Donation und das Save Tohoku Project. Durch den Verkauf von Kunst und Kunsthandwerk an Ausstellungen und Benefizveranstaltungen, via Blogs und Internet-Auktionen wurde und wird Geld gesammelt, das den Erdbebenopfern und Dislozierten zugute kommt.
Namhafte japanische Künstler wie Literaturnobelpreisträger Kenzaburo Oe, Autor Hiroshi Takashi oder Musiker Ryuichi Sakamoto engagieren sich seit dem Atomunglück öffentlich für ein Ende der Atomkraft in Japan. Sie haben im Juli 2012 die bisher größte Anti-AKW-Demonstration in der Geschichte Japans mit 170.000 Teilnehmern angeführt. Dabei trugen viele Teilnehmer Plakate und Banner mit dem Bild des No Nukes Girl von Yoshitomo Nara. Nara, dessen große Einzelausstellung im Yokohama Museum of Art im Sommer 2012 auf ein großes Echo stieß, ist schon seit langem ein erklärter Atomkraftgegner. Auf einigen seiner Werke halten grimmig dreinschauende Mädchen Spruchbänder mit den Worten No Nukes. Eines dieser Bilder wurde schon kurz nach Fertigstellung 1997 zur Ikone der Atomkraftgegner in Asien.
Sein neuestes Werk mit dem Titel Miss Spring hat Nara im Gedenken an die Dreifachkatastrophe des 11. März 2011 gemalt. Es wurde von Ryuichi Sakamoto für das Poster zum vielbeachteten No Nukes 2012 Musikfestival in Tokio verwendet. Auch der im Westen noch bekanntere Künstler Takashi Murakami hat für eine Ausstellung in Doha (Katar) im Februar 2012 ein 100 Meter langes Wandgemälde geschaffen, das das Leiden der japanischen Bevölkerung nach der Fukushima-Katastrophe zum Thema hat. Viele zeitgenössische japanische Künstler setzen sich in ihren aktuellen Werken verständlicherweise mit Fukushima auseinander. 

Verlust der Selbstironie
Japan ist nicht für seinen schwarzen Humor berühmt, und Selbstironie war noch nie eine japanische Tugend. Doch seit der Dreifachkatastrophe in Nordostjapan kommt man nicht umhin, einen noch verkrampfteren Umgang mit satirischen Inhalten zu konstatieren. Selbstironie beinhaltet immer auch Selbstreflexion. In diesem Sinne tut sich Japan sehr schwer. Das beschränkt sich nicht nur auf die Kunst. Es äußert sich auch in der Japan oft vorgeworfenen mangelnden Aufarbeitung der eigenen Geschichte.
Als eine Satiresendung der BBC im Dezember 2010 den Japaner Tsutomu Yamaguchi zum größten Pechvogel aller Zeiten ernannte, weil er nacheinander beide Atombombenexplosionen überlebt hatte, entlud sich über den Machern der Sendung ein Entrüstungssturm. Alle großen Medien Nippons berichteten über die in japanischen Augen geschmacklose Sendung, und die japanische Botschaft in London verlangte umgehend eine Entschuldigung.
Im April 2011 musste sich der französische Fernsehsender Canal+ für eine Satiresendung bei der japanischen Botschaft in Frankreich entschuldigen, weil während der Ausstrahlung Bilder von Fukushima mit Bildern von Hiroshima verglichen wurden und gesagt wurde, in Japan hätte sich in den letzten 60 Jahren nicht viel verändert. Ein Jahr später traf es den französischen Sender France 2. Nach der 0:1 Niederlage der Bleus gegen die japanische Nationalelf wurde in einer satirischen Show die übermenschlichen Qualitäten des japanischen Torwarts gelobt. Es wurde eine Fotomontage eingespielt, auf der er mit vier Armen zu sehen war. Sie seien dem Fukushima Effekt zuzuschreiben, hieß es augenzwinkernd. Obwohl sich die Franzosen in der gleichen Sendung auch nicht minder sarkastisch über die eigenen Spieler lustig machten, forderte die japanische Botschaft wiederum vehement eine sofortige Entschuldigung.
Diese Inakzeptanz von Selbstironie macht es für Kunstschaffende schwer. Wer dem Land den Spiegel vorhält, wird vor allem als Nestbeschmutzer und Verräter bezeichnet. Sich politisch zu äußern, stellt für japanische Kunstschaffende ein Risiko dar. Die meisten Teilnehmenden an den Anti-AKW-Demonstrationen sind kostümiert und verkleidet. Man trägt Gasmaske oder Mundschutz, um nicht erkannt zu werden und keinen Repressionen am Arbeitsplatz ausgesetzt zu sein. Der bekannte Schauspieler Taro Yamamoto, der sich in seinem Blog gegen die Kernkraft aussprach, musste am eigenen Leib schmerzhaft erfahren, was es heißt, sich in Japan öffentlich zu exponieren. Er wurde nach seinem Statement kurzerhand von seiner Agentur entlassen.
Angepasstheit ist eine japanische Tugend. Eine vielzitierte japanische Redensart heißt denn auch: Ein Nagel, der heraussteht, muss eingeschlagen werden. Der Konformismus wird oft subtil durch Gruppendruck erzwungen, Individualisten haben es schwer. Japanische Künstler wagen es nicht, sich zu exponieren und sind dementsprechend angepasst. Niemand würde es in Japan gut heißen, um der Kunst willen etwas zu tun, was der öffentlichen Meinung widerspricht oder gar illegal ist. Man versucht bei dem, was man tut, unter dem Radar zu bleiben.

Ein neues Phänomen: Guerilla Art
Als die japanische Künstlergruppe ChimPom1 vor vier Jahren mit dem Rauch eines Düsentriebwerks Pika, das Wort für den hellen Blitz einer Atombombe in japanischen Comics, an den Himmel von Hiroshima malte, war verständlicherweise die Hölle los. Es war von Nestbeschmutzung und mangelndem Respekt gegenüber den Atombombenopfern die Rede. Die Aktion wurde in der Presse scharf verurteilt.
Takashi Murakami macht den Konsumwahn und die Manga-Besessenheit der Japaner oft zum Thema, aber gleichzeitig designte er vor einigen Jahren für Louis Vuitton eine Taschenkollektion. Die Antwort von ChimPom darauf war deutlich. In Kambodscha sprengten sie mit vor Ort gesammelten Landminen Designertaschen und iPods als Symbole des blinden Konsumwahns in die Luft, um auf das enorme Minenproblem des Landes aufmerksam zu machen. Die Trümmer wurden danach zugunsten der Landminenopfer versteigert.
Die sechs jungen Mitglieder von ChimPom verstehen sich nicht nur als Künstler, sondern auch als Sozialaktivisten, die anprangern und aufzeigen, was viele in Japan nicht zu tun wagen. Ihre Aktionen werden von der japanischen Öffentlichkeit vor allem als subversiv angesehen. Sie selber bezeichnen sie als Guerilla Art.
Die Realität der TV-Bilder aus Fukushima und den Erdbebengebieten war für die Mitglieder von ChimPom so überwältigend, dass sich die Gruppe nach der Katastrophe hilflos und kraftlos fühlte. Nach einiger Überlegung wurde kurzerhand entschieden, das Atomkraftwerk direkt als Bühne für ihre Aktionen zu verwenden. Vor der realen Kulisse der Atommeiler in Fukushima verwandelten sie die rote Sonne der japanischen Nationalflagge in das Piktogramm für Radioaktivität. Sie ließen sich von Tepco – der Betreibergesellschaft der Atomkraftwerke in Fukushima – incognito als Arbeiter anstellen, standen in Schutzkleidung vor den Überwachungskameras des havarierten Atomkraftwerks und zeigten der Elektrizitätsfirma in Schiedsrichterpose die rote Karte.
Für eine andere Aktion manipulierten sie das Ende der 1960er Jahre geschaffene 30 Meter lange Wandgemälde Asu no Shinwa (Der Mythos von Morgen) von Taro Okamoto (1911-1996). Es hängt in der U-Bahnstation Shibuya in Tokio und stellt die Atombombengreuel von Hiroshima und Nagasaki dar. In seiner Eindringlichkeit erinnert es stark an Picassos Guernica. Das Bild galt lange als verschollen und wurde erst 2003 in Mexiko wieder entdeckt. ChimPom hat das Gemälde erweitert oder – in ihren eigenen Worten – ein Update hinzugefügt. Da die rechte untere Ecke des Originals fehlt, hat ChimPom sie mit ihrem eigenen, passend im Stil von Okamoto gemalten Gemälde Level 7 ergänzt, das die Atomkatastrophe von Fukushima zeigt. Obwohl das Original bei dieser Aktion nicht beschädigt wurde und ChimPom ihre Tafel vorsichtig mit leicht ablösbarem Klebeband an die Bahnhofswand geklebt hatte, war in der japanischen Presse vor allem von Vandalismus und kindischen Graffiti die Rede.
281_Anti nuke2 ist ein anonymer japanischer Straßenkünstler, der in letzter Zeit oft mit dem englischen Banksy verglichen wird. Seine frechen, doch virtuosen Sprayereien und Wandbilder bringen vieles auf den Punkt und haben alle einen politischen Hinterton. Immer wiederkehrende Motive sind Kinder im radioaktiven Regen, Wahlkampfautos der Politiker als Panzer, das Gesicht des Ministerpräsidenten, das beim genauen Hinsehen aus unzähligen Warnzeichen für Radioaktivität besteht und mutierte Kinder in Halloween-Kostümen mit radioaktiven Kürbisköpfen. Erst vor wenigen Monaten ist 281_Anti nuke quasi aus dem Nichts in Erscheinung getreten, aber seine Werke wurden schon in westlichen Zeitungen wie The Financial Times oder The Economist gefeiert. Genauso wie ChimPom möchte er mit seinem Schaffen einen Anstoß dazu geben, die Welt zu verbessern.

Eine frische Brise
Künstler wie 281_Anti nuke oder die Künstlergruppe ChimPom sind ein neues Phänomen in Japan. Gekonnt vermischen sie Kunst, Subkultur und Politaktivismus und lösen heftige Debatten aus. Ihre Aktionen sind eine Gratwanderung. Sie hinterfragen die herrschende Autorität und bewegen sich am Rande der Legalität. In ihrer Subversivität sind sie außergewöhnlich, und es erstaunt nicht, dass sie denn auch von den japanischen Medien vor allem kriminalisiert werden.
Eine frische Brise weht durch die japanische Kunstszene. Aber es ist fraglich, ob sie die breite Öffentlichkeit erreichen wird, da zeitgenössische Kunst in Japan nach wie vor nur von einer kleinen Minderheit rezipiert wird. Das Auflösen der Grenzen zwischen Kunst und Aktivismus könnte aber dazu beitragen, dass eine neue Generation von japanischen Kunstschaffenden, die durch die sich ausbreitende Anti-AKW-Grassroot-Bewegung getragen wird, von einer breiteren Masse wahrgenommen wird.

1.)http://chimpom.jp/ [3.1.2013].
2.)http://www.281antinuke.com/ [3.1.2013].

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A New Context https://whtsnxt.net/051 Thu, 12 Sep 2013 12:42:39 +0000 http://whtsnxt.net/a-new-context/ Such an architecture permits a quasi-infinite variety of combinations: a new aesthetics

Yona Friedman, still from A New Aesthetics, 2008

I think in order to talk about architecture we have to start with a very simple fact: architecture is simply an epiphenomenon of something more general, a deep context, so before getting to some conclusion on architecture, I will try to describe this context.
The first thing is that the territoriality of states is slowly disappearing. You know, a state is defined judicially by a territory; it is an organisation between clearly set borders. For example, for a state to belong to the United Nations, it has to have a clearly set territory. But this territorial state is losing its power more and more. The world is governed by something different, a different organisation, not clearly identified, which is not territorial. We have in history only one example of a non-territorial state – the Catholic Church. It had a very small territory and for a long time was a governing element for the known world at that time. Now we are governed, so newspapers tell us, by finance, commerce, trade agreement and so on. That is undeniable. But this organisation is not a clearly set body; you cannot tell who directs, who makes the policy, who is responsible. It is more an oligarchy, a rather small organisation, relative to the global size, which is implanted everywhere. It is an unclear situation, as we don’t seem to know by whom we are governed. Yes, we can determine that this or that financial organisation is governed by this or that person, but the whole, the network which makes things happen, is not clearly governed. So this is the first element. The second important element of what we are talking about is information. We are saying all the time that the world is governed by information. Sure, but we shouldn’t forget that information is not clearly said, because, for example, when media talk about information, they are thinking only about the emitter, but information becomes information only when it arrives to a receiver. But what does the receiver understand from the information he gets? What is his interpretation? It is a complete insecurity. This information world, the information network, produces insecurity. You know that there are lots of things and too much of which is emitted, and you don’t know who receives what information and how he or she will interpret it. So we have a complete incertitude and flux; we are living in a hazy world. This leads me to the next element – ecology.
We don’t have a global image about ecology. All political ecological movements concentrate themselves on this or that point, but there is no global centre. My point of view is that the real problem with ecology, let us call it an eco-policy, is a mental problem. All through for centuries, we have considered ourselves as conquerors: we had to conquer nature. I think that the right answer would be very, very different – to adapt ourselves to nature instead of conquering it. What does this mean? Conquering nature means that we impose our conditions on the environment; adapting to environment means that we accept the conditions of our environment, and we adapt our way of life for it.
I will take a very important element, heating. This is quite important for our consideration later for architecture, as architecture is conceived as a closed box in which you create a climate that you consider adapted to your survival. The biggest energy waste we have is to create this artificial climate within the closed box. There would be another attitude, which is followed by nearly all the other species: this is to follow the climate, to migrate. Today, taking United Nations statistics, about 80 % of the world population lives in areas where you don’t need heating. Rich people go to these places because they can afford it, and poor people stay in these areas because they cannot live if they go out of them. All the shanty towns of the world are in the hot countries; there are no shanty towns in Siberia – it’s impossible. So I think that if we have less climatic production, for example, simply umbrellas in hot zones, it can be possible. In temperate zones, it would be logical that for the winter time people migrate to another area climatically more favourable. This is possible in today’s world, because most of the work can be done at a distance. Work at a distance, work that doesn’t need direct physical interface, is more and more the fact. The reason for this is that the bulk of what humans produce today is immaterial. For example, finance is not material, thought is not material. This means that there is only a very small part of production that involves effective physical presence.
The same thing about social contact. Socially, surely people speak more through mobile phones than they speak directly. If I look at a street in Paris, older people too are giving their monologue to their mobile phone. That means their social life happens in large part without the physical presence of their social partner. This is noteworthy. In the old city schemes, there was a very important element, the forum, the physical meeting place. Today, the forum is not effective anymore. People have an immaterial, a virtual, forum. For example, the Champs-Élysées in the I9th century was a sort of a forum where people of certain classes met, and there were many others like this. I am saying the Champs-Élysées because it is the best-known. Today, the Champs-Élysées is not a forum anymore. The forum is somewhere in space through the mobile phone.
So these elements obviously change our outlook on the possibility of the development of the epiphenomenon that is architecture – the closed-in box is less necessary. Proximity, which was the basis of city-forming, is less and less necessary. You don’t need to be very near to your neighbour. The neighbourhood becomes a virtual thing. Technically, there is one other element which is important: proximity was imposed on, if you want, town planning or area planning, because of the networks, but now you don’t need the physical network anymore, you don’t need, really, the phone network, it is in your pocket. You don’t need to use the electricity network too much, since many of your instruments work on battery. It is very easy to imagine areas that you will charge once in a month and make them full, like you do today to your car, so, again, proximity is not necessary. You do not need to have, for example, a fuel dump next door to you – it can be 50 kilometres away.
So it is the loosening of this network which leads us to a new image of the city and a new image of architecture. What this image is, I cannot tell you. I can only show with a few models how I am trying to look at it. I am simply talking about this development since it will determine, really, what the coming architecture will be.
There is another element that is important, and that I am calling the routine. Routine is something we have nearly unchanged in the last c. 20,000 years. For example, social grouping is a routine. We will not get rid of it. It’s not a question of discussing whether this or that social grouping is better; we cannot get rid of our routine. The way of our behaviour, our daily behaviour, is a routine: we are eating and sleeping practically in the same way as our ancestors 5,000 years ago. I was speaking earlier about territoriality. There is another territoriality, which is the routine territoriality. This can be the family or the tribal territoriality. This is important; this will not disappear. So when I was speaking about the coming architecture with all the new elements, at the same time I have to think about the family territoriality or the group territoriality, which will stay. I don’t know what kind of city we will live in, I don’t know what kind of architecture there will be, but the family cohabitation is a fact and will not change. It will have another legal status that is secondary. The group, the small group, cohabitation, territoriality – I am calling it the urban village – also will not change. But what will be the agglomeration of urban villages wherein proximity is not necessary anymore? This is an open question. I am not pretending to give a solution for it.
In all my practical life in architecture, I was proposing possible solutions, but I know that there are only tentative solutions, and I think that the important thing is to understand that architecture in itself is not important. It’s only a manifestation of a deeper context. Architecture and shoes are about the same importance, but perhaps the shoe might be more important because if the shoe causes pain for your feet, you react immediately. If the architecture is not really comfortable, you put up with it for many years. So don’t overestimate architecture: architecture is not important … it is only the visible part of a context, which in itself is very important and which is out of our control.
Climate, governments, communication and technology are out of our control, so they are a part of the general environment, because environment is not only nature, but also the man-made environment. We can do nothing else but to adapt to it as well as we can. What I was trying to do with this talk was to give an incitement, to try to see the things broadly, and that’s all.

Wiederabdruck
Dieser Text erschien zuerst in: Serpentine Gallery Manifesto Marathon, 2008.

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Nachhaltige Architektur(lehre) https://whtsnxt.net/023 Thu, 12 Sep 2013 12:42:37 +0000 http://whtsnxt.net/nachhaltige-architekturlehre/ Wer baut heute noch nicht nachhaltig? Auch wenn nicht für alle ArchitektInnen das überpräsente Schlagwort „Nachhaltigkeit“ ein zentrales Thema ist, macht vermutlich niemand vorsätzlich das Gegenteil. Das Gegenteil wovon eigentlich?
Was bedeutet nachhaltig? Aus welcher Perspektive gesehen und mit welchem Zeithorizont? In der oft zitierten Erstverwendung des Begriffs forderte Hans Carl von Carlowitz im Jahre 1713 im Sinne einer forstlichen Nachhaltigkeit, nicht mehr Holz zu schlagen, als nachwächst. Seine Forderung war eine Reaktion auf die übermäßige Nutzung und Rodung des Waldes nach dem Dreißigjährigen Krieg. Viel Wissen und Sinn für Gemeinschaft waren verloren gegangen und neue Produktionsverfahren forcierten einen sehr hohen Holzbedarf. Als Gegenmaßnahme wurde der Wald privatisiert und den Bauern verboten, ihre Tiere zur Weide in den Wald zu treiben. Statt des lockeren Mischwaldes mit verschiedenen Nutzungsphasen wurde nun des schnelleren Ertrags wegen die Anpflanzung von Fichten eingeführt. Von Auswirkungen der Monokulturen auf die Biodiversität war bei dieser ersten Forderung nach Nachhaltigkeit nicht die Rede. Ebenso nicht von den sozialen -Folgen, denn bis dahin war der Wald Teil eines traditionellen Bewirtschaftungssystems gewesen, zu dem jeder freien Zugang im Sinne einer Allmende hatte. Es kommt also auf die Perspektive und die oft persönlich subjektiven Vorstellung einer „guten“ Zukunft an. In dem geschilderten Fall diente die „nachhaltige“ Umweltgestaltung hauptsächlich der langfristigen Deckung des militärischen/vorindustriellen Holzbedarfs. Ob sich von Carlowitz dieser Einschränkung seines Zukunftshorizonts bewusst war, ist nicht bekannt. Paradox ist jedenfalls, dass er mit seinem sehr rationalen, linearen Managementansatz später unwissentlich zum Kronzeugen einer ganzheitlichen Wirtschaftsweise wurde.

Gewissheit der Ungewissheit
Architektur- und Stadtvisionen sind fast immer mit der Idee einer gewünschten, „besseren“ Zukunft verknüpft. Trotz bester Intentionen sind menschliche Ökosysteme jedoch zu vielfältig, um die Bedürfnisse aller Betroffenen, Beteiligten und ihre jeweiligen Wechselbeziehungen zu bedienen. Zudem entwickeln sich die Rahmenbedingungen und Nutzungsweisen oft anders als gedacht, da man Zukunft nicht vorauswissen oder gar -sehen kann. Gebaute Umwelt, Architektur und Städtebau sind daher keine Experimente, denn die Rahmenbedingungen und Parameter, unter denen sie entstehen und sich entwickeln, sind komplex und nicht wiederholbar. Gelebte Umwelt wird im Jetzt und am lebenden Subjekt gemacht. Es wäre ethisch nicht zu vertreten, Bewohner und Nutzer in einer Kontrollgruppe bewusst dem Scheitern eines solchen Experiments auszusetzen. Trotzdem gestaltet man Zukunft im Jetzt, jeden Tag, mit jeder Handlung. Planungen sind immer projektierte Zukünfte, deren Realisierungen und Auswirkungen man nicht kennt. Sie sind keine absoluten Antworten, schon morgen müssten sie neuen Anforderungen gerecht werden und folgerichtig anders ausfallen. Es ist deshalb wichtig, dass Architektur und Architekturlehre offen für Fragen und Herausforderungen bleiben.
Denn Fragen gibt es viele: Wie wird man in Zukunft leben? Wie werden die Städte aussehen? Wie die Häuser? Was wird gegessen? Wie bewegt man sich fort? Wie wird gearbeitet? Welche Baumaterialien, welche Energieformen werden genutzt?
Es sind zuvorderst Fragen um den Umgang mit aktuellen Herausforderungen: Demographischer Wandel, globale Ungleichgewichte, zunehmende Migrationsbewegungen, Klimawandelfolgen, und Ressourcenverknappung.
Radikales Umdenken scheint manchmal notwendig und wünschenswert, doch die Gefahr, dass Idealvorstellungen und Utopien wichtige Faktoren außer Acht lassen und einer einseitigen Perspektive folgen ist groß. Gebaute und gelebte Umwelt, Städte und Gebäude, werden in vielen kleinen und großen Schritten vor und manchmal zurück entwickelt. Es werden dabei viele verschiedene Ansätze und Lösungswege ausprobiert und aus Erfahrungen, Varianten, Erfolgen und Misserfolgen gelernt.
Für den deutschen Beitrag zur Architekturbiennale in Venedig 2008 (Updating Germany) haben wir diese Schritte Updates genannt: „[…] nach vielen kleinen Updates kommt ein Versionssprung. Update darf nicht ausruhen heißen, sondern sofort anfangen und trotzdem Visionen im Auge behalten. Update heißt: permanente Veränderung.“1

Updating Germany
In der Publikation zu „Updating Germany“ sind fünf -Kategorien möglicher nächster Schritte mit Beispielen hinterlegt. In der ersten „Econic Architecture“ sind es Gebäude, die ihren „nachhaltigen“ Ansatz deutlich nach außen tragen: „form follows green“. Gebäude mit luftreinigenden Fassaden, Gebäude aus nachwachsenden Rohstoffen, recycelte Gebäude. Architektur mit einer konkreten Botschaft, Architektur die direkt mit solchen Updates Antworten gibt. In der zweiten Kategorie „postfossile landscape“ geht es um die Landschaft nach dem Ölzeitalter. Wie könnte die Kulturlandschaft in Deutschland transformiert und zur Energie- und Nahrungsmittelgewinnung eingesetzt werden? Produktive und reproduktive Arbeit könnten sie sehr verändern. Die dritte Kategorie „eco-techno-topia“ stellt die Frage: „Wie wollen wir leben?“ Mit welchen Techniken wollen wir uns umgeben? Werden wir Häuser in Bioreaktoren züchten? Werden genmanipulierte Pflanzen uns mit Strom, Wasser und Mobilität versorgen? Lösen biologische Innovationen elektronische ab?
Nur in „performing systems“, der vierten Kategorie, können diese beiden Teile zusammenwirken. Intelligente, vernetze Häuser und Infrastrukturen könnten sich hier weiter optimieren und so Material, Wärme, Waren und Menschen zirkulieren lassen. Was wird die Rolle der Menschen dabei sein? Kategorie fünf „responsible consumption“ zeigt die Macht des Einzelnen, des Konsumenten. Denn wahrer Wandel beginnt zu Hause.
Die versammelten 100 Projekte, 100 Updates sind nur ein Anfang. Es kommen ständig neue Updates hinzu. Manchmal sind es kleine Weiterentwicklungen, manchmal bedeuten sie die radikale Abkehr von einem Holzweg. Sie sind eine Sammlung aktueller Reaktionen auf aktuelle Herausforderungen.

Vollendete Zukunft
Die Updates bergen Risiken. Sie sind nicht immer leicht umzusetzen. Manchmal bedeuten sie Verzicht oder sind teuer. Warum sollte man sich diesen anstrengenden Veränderungen also aussetzen? Das Leben ist doch gut. Kann es nicht so bleiben? Der homo oeconomicus ist definiert als der Mensch, der rational aus verschiedenen Handlungsoptionen diejenige mit dem maximalen Nutzen wählt. Dieser „Egoismus“ kann durchaus zu kooperativem Verhalten führen, selten jedoch zu Entscheidungen über die eigene Lebenszeit hinaus. Doch leider haben viele „nachhaltige“ Strategien sehr lange Vorlaufzeiten. Wie kann man also mit Herausforderungen umgehen, deren Auswirkungen man nicht erleben wird und die man doch verantwortet? Der Sozialpsychologe Harald Welzer hat dazu den neuen Imperativ des Futur II eingeführt.2 Wie sieht diese „vollendete“ Zukunft aus? Wird diese vollendete, realisierte Zukunft wirklich vollendet, perfekt sein? Er schlägt vor, dass man sich schon heute Gedanken machen sollte, wie man auf die kritischen Fragen der Enkel antworten wird: Habe ich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt? Habe ich versucht, im Sinne einer klassischen Definition von Nachhaltigkeit der nächsten Generation die gleichen Möglichkeiten zu bewahren? Ziel könnte es sein, die Möglichkeiten sogar mehr werden zu lassen. Mehr Freiheit, mehr Optionen … für die Enkel.
Viele Entscheidungen sind abhängig vom Zeithorizont sehr unterschiedlich zu bewerten. Welche Konsequenzen haben sie sofort, morgen, bald, in einem Jahr, Jahrzehnt, Jahrhundert oder darüber hinaus? Das Anthropozän ist angebrochen. Die Erde, auf der Menschen leben, ist keine unabhängig existente, sondern vom Menschen mitdefiniert und gestaltet. Die größte Sorge angesichts drohender Folgen von demographischer Entwicklung, schwindender Biodiversität, Klimawandelfolgen und Ressourcenverknappung ist nicht, ob die Menschheit sie überlebt, sondern wie menschlich, nach heutigem Verständnis human, Veränderungen ablaufen werden.

Nachhaltige Lehre
Wie kann man also an der Hochschule auf diese Herausforderungen vorbereiten? Torsten Meyer, Professor für Kunst und ihre Didaktik in Köln, schildert die besondere Herausforderung der Ausbildung von KunstlehrerInnen folgendermaßen: Wenn Kunst als eine Kulturtechnik, eine Lesehilfe zum Verstehen der Gegenwart verstanden wird, muss die Hochschule LehramtsstudentInnen so ausbilden, dass sie als KunstlehrerInnen etwa 40 Jahre lang ihre SchülerInnen auf ein Leben vorbereiten, in dem diese bis ins hohe Alter in der Lage sind, sich in der Welt zu orientieren und kulturellen Zugang zu haben. Der Zeithorizont für diese vollendete Zukunft liegt also bei über 100 Jahren!
Übertragen auf eine nachhaltige Architekturlehre bedeutet dies, dass sie zukünftige ArchitektInnen befähigen sollte, ihr ganzes Berufsleben in der Lage zu sein, Fragen zu stellen und neue Erkenntnisse zu verarbeiten, um Gebäude und Städte so zu gestalten, dass sie 50 Jahre oder länger räumliche Strukturen für menschliches Zusammenleben bilden können.
„When faced with a totally new situation, we tend always to attach ourselves to the objects, to the flavor of the most recent past. We look at the present through a rearview mirror. We march backwards into the future.”3
Die Projektion der jüngsten Vergangenheit in die Zukunft ist eine übliche Methode, um Voraussagen zu machen und Entscheidungen zu treffen. Oft scheint das sehr gut zu funktionieren und bestätigt Erfahrung und Tradition, da viele Veränderungen träge sind. Gerade deshalb ist dies jedoch riskant, denn man fühlt sich sicher und wird von neuen, unerwarteten Situationen völlig überrascht.

Stresstests
„Thinking about the unthinkable“4 war schon Herman Kahns Ansatz, um die amerikanischen Militärstrategen der RAND Corporation mit den fatalen Konsequenzen eines Atomkrieges zu konfrontieren. Dabei war Kahn keineswegs Pazifist, sondern entwickelte daraus eine verschärfte Abschreckungs- und Zweitschlagsstrategie. Sein Ansatz, unbequeme Eventualitäten durchzuspielen hat sich als Szenariomethode in der Militär- und Unternehmensberatung etabliert. Hierbei sind genaue Kenntnisse über Vergangenheit und Status quo essentiell, um dann entlang definierter, oft extremer Einflussfaktoren plausible, alternative Zukunftsszenarien entwickeln zu können, die oft jenseits des Erwarteten und Gewünschten liegen.
Unter ArchitektInnen und StadtplanerInnen ist es üblich, Entwürfe mit Zeichnungen, Berechnungen, Modellen, Renderings und Erläuterungstexten überzeugend und gut vorstellbar darzustellen. Die Planungen werden dabei allerdings meist als in einer vollendeten, idealen Zukunft realisiert präsentiert, die den Erwartungen und Wünschen der VerfasserInnen oder BauherrInnen entspricht. Was, wenn sich die Welt anders entwickelt – was sogar höchst wahrscheinlich ist? Ähnlich wie Banken mit verschiedenen Szenarien der Euro-Krise konfrontiert werden, um ihre Krisenfestigkeit zu prüfen, kann man Architektur- und Städtebauentwürfe einem Stresstest unterziehen und somit überprüfen, ob und wie sie in verschiedenen, möglichen, mehr oder weniger „vollendeten“ Zukünften bestehen. Für Berlin 2050 hat -raumtaktik 2010 vier mögliche Szenarien unter den Überschriften „Berlin Blade Runner“, „BERLinc.“, „FundamentaliCITIES“ und „ThinkTankstelle Berlin“5 entwickelt. Mit diesen wäre es möglich, geplante Projekte und Architekturen auf ihre Entwicklung innerhalb -dieser teilweise sehr extremen Szenarios zu testen.
Ähnlich haben Winy Maas und Felix Madrazo mit Studenten der Why Factory an der TU Delft 10 City Shocks6 für die Niederlande entwickelt. Diese „What if“-Schocks mit Titeln wie „Labour Strikes Revives Industry“, „Branding Cities Go Extreme“ oder „Pension Scheme Boost Education“ eignen sich sehr gut, um die Widerständigkeit, die Resilienz und Reaktion von Städten und Plan-ungen auf unerwartete Ereignisse zu prüfen.

What’s Next?
Ziel dieser „Was wäre, wenn“-Überlegungen und Szenarien ist es, Planungen resilienter zu machen und trotz der Gewissheit über die Ungewissheit entscheidungsfähig zu bleiben. Aus den Stresstests lassen sich Handlungsempfehlungen zur Vermeidung negativer Entwicklungen und der Verstärkung positiver Aneignungen ableiten. Diese Methode ist kein Ersatz für kreatives Entwerfen, sie ersetzt keinen ästhetischen Diskurs. Sie soll die Basis für verantwortbare, informierte Entscheidungen im Jetzt schaffen und Möglichkeiten jenseits der in die Zukunft verlängerten Vergangenheit oder Tradition stützen, ohne normativ vorzugreifen. Ein „nachhaltige“ Lehre muss Studierenden Werkzeuge vermitteln, mit denen sie in Zukunft kompetent Architektur machen und Entscheidungen treffen können. Wenn die daraus entstehende „nachhaltige“ Stadt eine Balance der kulturellen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Potenziale erreicht, ließe sich entspannt den Fragen der Enkel entgegensehen.

1.) von Borries, F. und Böttger, M., Updating Germany, 2008, S. 11.
2.) Vgl. Welzer, H., www.futurzwei.org [8.5.2013].
3.) McLuhan, M., The Medium is the Message, 1967, S. 74f.
4.) Vgl. Salewski, C., Dutch New Worlds, 2012, S. 21f.
5.) Böttger, M., Carsten. S., Engel, L. „Optional Cities“, in: arch+ 201/201, 2011, S. 68–73.
6.) Maas, W., Madrazo, F., City Shock, Amsterdam 2012.

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D. D. I. Y. Don’t Do It Yourself https://whtsnxt.net/004 Thu, 12 Sep 2013 12:42:35 +0000 http://whtsnxt.net/d-d-i-y-dont-do-it-yourself/ D.I.Y. has been stolen, and we haven’t even seemed to notice. A plague veiled in the ideal of empowerment is sweeping our nation, leaving in its wake neighborhoods scarred by crappy home improvement, families destroyed by badly cooked gourmet meals, and scores and heaps of barely used tools, leftover supplies, and unfinished projects. This particular affliction goes by the familiar initials D.I.Y., which stands for “Do It Yourself”. The idea is rooted in positivity, but the reality is sinister.
Those corporations who promote D.I.Y. have co-opted our spirited movement by the same name, transforming an idealistic, anti-consuming, proindependent, pro-active ethos into an opportunity to shop. Stealing D.I.Y. from zines, communes, artists, and denizens of the avant-garde underworld, the new corporatized D.I.Y movement attempts to make the individual feel as though they are in control of their lives and environment in a disparate, disconnected world. They flatter us, making us understand that we can indeed make and do anything as well as a professional. Their trickery makes us feel special, talented, smart, good-looking. We have fine taste and the ability to master anything. We have latent skills yearning to be released. We are underachievers, and by buying and consuming more and more how-to books, kits, lumber, tile, yarn, drywall, and specialty tools, we will unleash our inner artisans.
D.I.Y. used to mean grabbing the best TIG welder and starting one’s own revolution through words and actions. Now it means going into debt at mega-stores, consuming more and more materials manufactured overseas, raping the earth, destroying forests, creating garbage, and mucking up our lives with badly fixed toilets, leaking tile floors, ill-fitting sweaters, bowing floorboards, crooked walls, and ugly mosaics. We are bankrupting competent carpenters. We are destroying the careers of electricians and hvac crews.

Our D.I.Y. travesties of home improvement leave us with closets full of under-used tools and sheds full of extra wood and steel wool and toxic chemicals and mastic and caulk. These closets don’t really even shut correctly; our hinges aren’t straight and we brashly scrape the undersides of our doors with a plane, hoping that two crookeds will combine into one straight. If you want to build your a walk-in closet, you may contact a Custom Closet Company and hire experts to install custom cabinets and shelves.

Our D.I.Y. adventures in making our own clothes, clutter our homes with extra fabric, yarn, and sewing supplies. The clothes we manufacture are good for a couple times out and about, but our learning curve is steep and the seams don’t always stay together. Our D.I.Y. exuberance for cooking unfamiliar cuisines fills our cabinets with jars of exotic spices, specialized contraptions, bamboo steamers, Moroccan tagines, the requisite fondue set; all items that will flood thrift stores shortly after whichever particular cooking trend is succeeded by the next. Guests to our homes smile and swallow appreciatively; does this really mean our cooking adventures are successful? We are constantly experimenting with something new, with no time to perfect anything before our next project looms on the horizon, bringing with it a new supply of gadgets and raw materials.
The trickery of advertisers makes us feel like human beings, while in reality we are, in the minds of the global mega-companies who have us all on a short leash, slavish consumers. D.I.Y. has become just another tactic to rip away our humanity, turning us into operators of cash machines and credit cards. We exist to be rippedoff and profited from. D.I.Y. panders to our beliefs, while at the same time ripping us a new asshole and sending our hard earned money straight to hell. We are stewing in our own fat. Our utopia is on layaway, with an option for 1.5 % cash back if we sign up for the right credit card. We have become hungry monsters, drooling to take back production for ourselves, whatever the cost. Our ethos has been gift wrapped and sold back to us. Our revolution has been pilfered.
We can and must stop this madness once and for all.
“Don’t Do It Yourself” is our new battle cry. D.D.I.Y. means working with friends, hiring a professional, consuming wisely and conscientiously, and providing for ourselves while working with others. We do what we do best, do what we know how to do, while allowing others to help us with what we are not equipped for. D.D.I.Y. allows us to admit that we might not be able to do everything ourselves, that we can’t be a specialist in all
fields. D.D.I.Y. says we don’t need to purchase all the tools necessary for a minor repair, especially when our neighbor has a toolbox covered in cobwebs in the back shed. It is pointless for us to learn electrical wiring in order to fix one chandelier; we don’t need to invest in a table saw to build a birdhouse. Our new ethos of D.D.I.Y. asks us to reclaim creativity in order to retreat from the corporate food chain and to embrace frugality, common sense, common property, and skill-sharing.
D.D.I.Y. compels us to invest in people instead of material. We must understand that expert wisdom exists, and that it cannot be learned overnight or from the Idiot’s Guide or For Dummies series of how-to books. Employ those who know what they are doing. Imagine a world where everyone has mountains of supplies but no idea how to use them – not pretty. Employment need not always entail a monetary exchange (though sometimes there is no choice). D.D.I.Y. contests that we all have something to offer, no matter how modest, and that our skills can be swapped for those of others. D.D.I.Y. asks us to bake bread in trade for having a friend rototil our garden or to knit a hat for the person who fixes our bicycle. If we cannot bake or knit, perhaps we can build a website,
provide childcare, walk a dog, dig a ditch, run an errand.
D.D.I.Y. is the new D.I.Y. It is un-commoditized, barterbased, community crazed, and liberating. D.D.I.Y. asks us to ask ourselves if we want to spend our time learning plumbing basics while the plumber next door now
spends many of her working hours undoing the mistakes made by amateurs. D.D.I.Y. asks us to support those who know how to do things, so that their crafts may survive. D.D.I.Y. encourages freedom, creativity, earth-consciousness and skill-sharing. The days of Do-It-Yourself are over. In the face of the corporatized takeover of our uprising against globalized consumer culture, we once again must transform our ideologies and rectify the injustices brought against humanity in the name our former revolution. Don’t-Do-It-Yourself finds us standing side by side, leaving behind the “army of one” while moving forward into a world of our own design.

Wiederabdruck
Der Text erschien zuerst in: Lisa Anne Auerbach, d. d. i. y. Don’t Do It Yourself, Journal of Aesthetics and Protest, Theory in Three Acts, issue 6, November 2008. Und online im Internet: http://www.journalofaestheticsandprotest.org/6/lovetowe/lisa.html [10.02.2013].

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