define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true); Netzkunst – what's next? https://whtsnxt.net Kunst nach der Krise Tue, 06 Jan 2026 09:40:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Wem gehört die Kunst? Geistiges Eigentum und kein Ende https://whtsnxt.net/276 Mon, 05 Jan 2015 13:16:39 +0000 http://whtsnxt.net/225 Unter der Adresse http://nag.iap.de kann jeder online künstlerische Unikate erzeugen, nur indem er deren gewünschten Titel eingibt. Den Rest erledigt der Netzkunstgenerator der Hamburger Künstlerin Cornelia Sollfrank: Der bedient sich dabei ungeniert der Bilder anderer. Datenklau oder „Kunst für alle“? Juristischen Ärger gab es für die Künstlerin erstmals Ende 2004, als sie für das Basler Medienkunstforum „plug.in“ die Ausstellung von Andy Warhols berühmter Serie „Flowers“ plante — neu gestrickt vom Netzkunstgenerator. Aus Angst vor einer Urheberrechtsklage machte das „plug.in“ kurzfristig einen Rückzieher. Cornelia Sollfrank reagierte, indem sie als Ersatz Interviews mit Urheberrechtsspezialisten ausstellte. Seither ist sie selbst Expertin zum Thema „geistiges Eigentum“ geworden. Das Gespräch führte der Künstlerische Leiter des Kunstvereins Hildesheim Anfang Januar 2005 bei der Künstlerin zu Hause in Celle.

TK: Sie thematisieren die Bedeutung von Urheberschaft vor allem anhand von digitaler Medienkunst. Handelt es sich dabei um eine zwingende Verbindung?
CS: Für mich ist es wichtig, die vorherrschende Idee von Autorschaft in Frage zu stellen, egal ob digital oder nicht. Das Zentrale ist nicht, ob die Kunst im Netz stattfindet oder anderswo, sondern welchen Parametern sie gehorcht. Dabei ist das Thema Autorschaft gar nicht so innovativ: Ich finde es absurd, dass nach Duchamp oder Warhol, um jetzt mal nur zwei zu nennen, so getan wird, als befänden wir uns mit unseren Malergenies noch im 19. Jahrhundert. Man versucht, ganz angestrengt so zu tun, als sei das alles nicht passiert. Die Popularität, die das Thema Urheberrecht im Moment erfährt, hat damit zu tun, dass dessen Verletzung durch das digitale Medium, die verlustfreie Kopierbarkeit von Daten und deren relativ einfache Verbreitung zu einem Massenphänomen geworden ist. Jeder hat sich schon mal illegal Software kopiert oder Daten aus dem Internet herunter geladen. Und hier besteht auch der Bezug zur Netzkunst: Sie findet im gleichen Medium statt.

Um sich zu schützen, versuchen die Inhaber von Urheberrechten, das Netz enger zu ziehen, strengere Bestimmungen durchzusetzen.
Das wird zu nichts führen, das ist lediglich ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Eben weil es bereits eine Massenphä-nomen ist! Da kann man kriminalisieren oder Gesetze verschärfen wie man will, das wird nicht mehr funktionieren. Man kann nicht Millionen von Menschen verfolgen. Letzen Endes kann es nur darum gehen, in diesem Gebiet eine andere Form von Ökonomie zu finden.

Wie begründen Sie diese Notwendigkeit?
Hinter dem Urheberrecht steckt die Idee von etwas Materiellem, das nur begrenzt verfügbar ist. Wenn ich aber Daten von Ihrem Computer kopiere, dann haben Sie die ja immer noch. In so fern ist es kein Diebstahl, sondern eine Vermehrung! Das trifft natürlich auf alles Reproduzierbare zu, aber beim Internet ist es am virulentesten, weil hier das Medium gleichzeitig der Vertriebsweg ist.

Wo sehen Sie da die stärksten Bezüge zu Konzepten aus der jüngeren Kunstgeschichte?
Warhol war wirklich großartig, je mehr ich mich mit ihm beschäftige, desto mehr begreife ich die Ambivalenz seiner Person und seines Werkes. Er hat die Widersprüche wirklich gelebt, die man leben muss. Die ich auch lebe, als Künstlerin: Gleichzeitig das Kunstsystem auf den Kopf zu stellen und trotzdem erfolgreich zu sein. Ich arbeite ja auch unter meinem Namen und mit meinem Namen. Das heißt, ich stelle Autorschaft einerseits in Frage und andererseits beanspruche ich sie.

Hat Warhols Vorgehen aber nicht auch den Kunstmarkt bedient und eine Kommerzialisierung angekurbelt?
Das kann man, wie gesagt, nicht vermeiden. Das ist ganz oft der Fall, wenn Künstler die Dinge so radikal in Frage stellen, die Widersprüche zu ihren Lebzeiten auch lustvoll ausleben. Wenn sie tot sind, bleiben aber nur noch die Juristen übrig, die die Rechte verwalten. Und dann wird es richtig problematisch. Wie die Warhol-Foundation mit seinem Erbe umgeht, das ist ein typisches Beispiel.

Das kann ja auch nicht im Sinne von Warhol sein.
Sicher nicht! Eines meiner Projekte für dieses Jahr wird ein Video sein, in dem ich Andy Warhol besuche und mit ihm über meinen Netzkunstgenerator spreche. Ich werde ihn um die Erlaubnis bitten, seine Bilder weiterverarbeiten zu dürfen, wie damals Elaine Sturtevant, eine amerikanischen Künstlerin, die Zeitgenossen kopiert bzw. „wiederholt“ hat. Sie ist 1965 zu Warhol gegangen und hat ihn um Erlaubnis gebeten, seine „Flowers“ noch mal produzieren zu dürfen. Und er hat ihr sogar seine Druckvorlagen gegeben. Sie hat damit die gleichen Bilder gemacht wie er und diese mit ihrem Namen signiert. Ich bin sicher, wenn ich hingehen würde, fände er das total amüsant. Vielleicht wird er mir sogar die Idee klauen, irgend etwas würde da passieren – aber er würde mir das jedenfalls nicht verbieten. Nur, wenn ich zur Warhol-Foundation gehe, reden die vielleicht nicht mal mit mir. Oder sie verklagen mich. Aber ganz sicher werden sie es mir nicht erlauben.

Die Warhol-Foundation ist ja auch nicht Teil des Kunstsystems, sondern des Wirtschaftssystems.
Das ist eines der Probleme am Urheberrecht: dass es vererbbar ist. Dass mit dem Tod des Künstlers vieles unmöglich wird. Ich knüpfe als seriöse Künstlerin an seine Arbeit an und bringe sie durch das digitale Medium nochmal auf eine andere Ebene, habe aber reell gesehen keine Chance, das auszustellen. Mit einem guten Konzept habe ich immer die Chance, die Erlaubnis eines Urhebers zu bekommen. Aber das geht nicht mehr, wenn er nicht mehr da ist. Keiner seiner Erben kann ihn in künstlerischen Fragen wirklich ersetzen. Es geht dann nur noch um Rechte und um wirtschaftliche Interessen.

Was genau macht denn Ihr Netzkunstgenerator mit den Bildern anderer?
Der Netzkunstgenerator ist ein Computerprogramm, das Texte oder Bilder aus dem Internet nach bestimmten -Kriterien auswählt, die der Benutzer festlegt. Diese Fragmente werden dann neu kombiniert. Diese Rekombination kann nicht vom Benutzer gesteuert werden, sondern geschieht durch Zufallsgeneratoren und Programmstrukturen. Das heißt, die Bilder oder Materialien werden jedes Mal auf einem anderen Weg bearbeitet, auch bei gleichen Eingaben. Ich habe ein paar hundert Bilder mit Warhols „Flowers“ produziert, und jedes sieht anders aus.

Erreicht der Netzkunstgenerator auch Menschen außerhalb der Netzkunst-Gemeinde?
Auf jeden Fall. Das Projekt gibt es schon seit über fünf Jahren. Es wurde seither auch in einigen Ausstellungen präsentiert. Das ist für mich interessant, weil sich Ausstellungsbesucher damit beschäftigen, die sonst nicht ins Internet gehen. Da war zum Beispiel eine ältere Dame, über 60, die neugierig war: „Was kann man denn da machen?“ Ich habe sie bei der Hand genommen und gefragt, was man als Titel eingeben könnte. Und es ist ihr nichts Besseres eingefallen als der Name ihres Sohnes. Der entwirft Lampen, und davon war im generierten Bild tatsächlich was zu sehen. Sie war völlig hingerissen, dass durch eine Eingabe von ihr ein künstlerisches Ergebnis entstanden war, das mit ihrem Sohn zu tun hatte. Der Netzkunstgenerator wurde aber zum Beispiel auch in einem neuen Hamburger Luxus-Hotel installiert. Das Publikum wird dadurch sehr heterogen.

Wurden bis zur Baseler Ausstellung jemals urheberrechtliche Bedenken geäußert?
Es kommt immer darauf an, was man mit dem Netzkunstgenerator macht. Der Gesetzesbruch fängt im Grunde dann an, wenn ich Bilder auf meinen Computer herunterlade. Wenn man aber technisch spitzfindig ist, dann kann ein Computer nur das auf dem Bildschirm darstellen, was er zuvor heruntergeladen hat. Das größte Problem ist die Veröffentlichung. Ein normaler User wird das nicht tun. Das ist bei mir anders.

Warum hatten Sie sich für Basel die „Flowers“ von Warhol als Thema gewählt?
Der ursprüngliche Titel der Ausstellung war „This is not by me“. Der stammt auch von Warhol, der diesen Satz in einer bestimmten Phase benutzte, um seine Bilder zu signieren. Alle Arbeiten in der Ausstellung sollten sich auf Warhol beziehen. Da gab es eine wunderbare hohe Wand, die wir einfach mit den „Flowers“-Paraphrasen aus dem Netzkunstgenerator füllen wollten, so wie Warhol in seinen Ausstellungen mit verschiedenen Hängungen auch ganze Wände gefüllt hat. Die Bilder waren nur ein Teil meines Konzepts, seine Techniken weiterzuführen, aber sie waren der urheberrechtlich problematischste.

Und plötzlich wurde das Problem so groß, dass es nicht mehr möglich war, die Bilder zu zeigen?
Das ging vom Vorstand des Medienkunstforums aus. Also gar nicht mal von der Direktorin selbst, mit der hatte ich das abgesprochen. Es war uns bewusst, dass es eventuell Probleme geben könnte. Sie meinte jedoch zunächst, bei etwaigem Ärger würden wir den Rechtsstreit als Teil des Projektes durchziehen. Im Vorstand war dann aber ein Jurist, der Bedenken äußerte und auf rechtliche Konsequenzen hinwies. Daraufhin musste die Ausstellung abgesagt werden. Uns waren die Hände gebunden. Ein typischer Fall von vorauseilendem Gehorsam. Es gab keine einstweilige Verfügung oder so.

Sie haben daraufhin Interviews mit vier Juristen zum Thema „Urheberrecht“ geführt und als Ersatz in der Ausstellung gezeigt?
Die Interviews waren speziell auf Warhol und meine Generator-Bilder bezogen.

Wie haben die Juristen denn argumentiert?
In vier verschiedenen Strängen: So viele Kunstexperten es gibt, so viele Meinungen gibt es, so viele Juristen, so viele juristische Auslegungen. Von „vollkommen unbedenklich“ bis „in jedem Fall rechtswidrig“. Ich habe aber bei allen sehr genau nachgefragt, wie man argumentieren könnte, wenn bei einer Ausstellung der Bilder tatsächlich Probleme mit der Warhol-Foundation auftauchen würden. Ein Münchner Anwalt schlug vor, es mit dem Grundrecht auf künstlerische Freiheit zu versuchen, da hinter den Bildern, die im Netzkunstgenerator entstehen, ein eigenständiges künstlerisches Konzept stehe. Es sei Unsinn, jene Bilder auszusortieren, bei denen mehr Warhol zu erkennen ist als bei anderen, das Gesamtkonzept stehe im Vordergrund.

Als eine eigenständige künstlerische Bearbeitung sind die Bilder also rechtlich unbedenklich?
Die Grenzen und Definitionen sind sehr fließend. Das hängt alles extrem vom jeweiligen Anwalt oder Richter ab. Das wiederum ist für mich durch die vier Interviews sehr klar geworden. Die Grundfrage ist, ob es meine eigene Kunst ist, die ich ausstelle, oder die von Warhol. Alles eine Frage der Argumentation: was meine Kunst ist, warum ich dazu Warhol benutzen muss oder will, warum es Teil des Konzeptes ist. Der Hamburger Anwalt meinte aber zum Beispiel, Konzept hin oder her, damit käme ich nicht durch. Es läuft darauf hinaus, zu entscheiden, ob es sich bei den ausgestellten Arbeiten um eine freie Bearbeitung handelt oder eine abhängige, eine gebundene. Eine freie Bearbeitung kann man immer machen, da ist das Urheberrecht nicht tangiert, keine Erlaubnis notwendig. Frei ist die aber nur, wenn man das ursprüngliche Werk nicht mehr erkennen kann, wenn die Unterschiede so groß sind, dass es keine Rolle mehr spielt. Auf diese doch sehr oberflächliche Sichtweise ziehen sich die Juristen gern zurück.

Und da fängt juristisch dann die Kunst an?
Die juristischen Definitionen von Kunst beziehen sich stark auf konkrete Artefakte, auf das, was Juristen die „Form“ nennen, im Gegensatz zur „Idee“. Es kann mir wohl keiner streitig machen, dass das Konzept meine eigene Kunst ist. Es folgt aber die Frage, ob nun das Konzept rezipiert wird oder ein Bild. Ich kann keinen Richter dazu zwingen, das Konzept wahrzunehmen. Wenn einer sagt, die konkrete Form, die das Konzept nimmt, sieht leider aus wie die von Warhol, und deswegen geht es nicht, dann habe ich Pech gehabt. Einer der Anwälte meinte wiederum, er würde schon bezweifeln, dass es sich bei den Arbeiten von Warhol, auf die ich mich beziehe, um Originale und damit schützenswerte Werke handelt …

Was ja im Sinne Warhols wäre.
Der Anwalt meinte sogar, er würde sich in dieser Angelegenheit auf einen Rechtsstreit mit der Warhol-Foundation einlassen. Das eigentliche Problem ist aber wohl: Man kann so einen Fall nicht im Vorfeld klären. Deswegen habe ich mehrere Juristen befragt, und da wurde umso deutlicher, dass bis zum Urteil eines Richters keine Gewissheit bestehen kann. Es bleibt so lange unklar, ob ich die verarbeiteten Bilder ausstellen kann oder nicht, bis ein Urteilsspruch ergangen ist. Und der ergeht erst, wenn es anlässlich einer Ausstellung einen Rechtsstreit gibt, der vor Gericht geklärt wird. So lange bewege ich mich in einer Grauzone.

Das gesamte System, in dem da juristisch argumentiert wird, beruht ja auf Begriffen wie „Autor“, „Werk“, „Original“ etc.
Es gibt keine anderen Begriffe. Das hat zu vielen schön absurden Momenten in den Interviews geführt. Dieses sehr reduzierte Handwerkszeug der Juristen lässt sich nämlich nicht auf generative Konzepte wie den Netzkunstgenerator anwenden. Im vergangenen Jahr habe ich versucht, mit juristischen Argumentationen zu klären, wer der Autor eines generierten Bildes ist, ob man das überhaupt feststellen kann. Die Anwälte haben alle gelacht: Einen Autor gebe es immer. Ich habe das sehr sorgfältig geprüft, habe alles mit einbezogen. Also zunächst den Computer als Autor – das ist vom Gesetz aber bereits ausgeschlossen, das kann nur ein Mensch sein. Dann also die verschiedenen Menschen, die beteiligt sind: der User, der Programmierer, der Urheber der Vorlagen, ich als Ideengeberin und so weiter. Und selbst der radikalste und konservativste der Anwälte hat zugegeben, er könne nicht mehr genau sagen, wer in diesem Fall der Autor sei. Das war für mich natürlich ein Sieg, das ist letztlich das, was ich zeigen will: Die Werkzeuge und Begriffe, die benutzt werden, sind nicht ausreichend für das, was in der zeitgenössischen Kunstpraxis passiert.

Das heißt, das juristische System, das auf gewisse Weise eine Definitionsmacht über Kunst ausübt, operiert auf einer Basis, die seit 90 Jahren fragwürdig ist. Nun gibt es aber auch Institutionen im Kunstsystem, die eine Definitionsmacht beanspruchen.
Da stehen sich klar zwei Systeme gegenüber. Wenn man sich das Kunstsystem genauer ansieht, kommt man zu einem Ergebnis, das mich überrascht, aber auch bestätigt hat: dass das Kunstsystem auf den gleichen Parametern beruht, wie das Rechtssystem. Nämlich auf Autorschaft und Werk.

Nur so kann schließlich der Kunstmarkt funktionieren. Da geht es doch vor allem um finanzielle Interessen. Das heißt, da dominiert wiederum das Wirtschaftssystem.
Wenn ein Richter merkt, dass ihm die Sachkompetenz fehlt, dann zieht er Experten zu Rate. Er orientiert sich an Einschätzungen aus dem Kunstsystem. Keiner würde sich Sachkompetenz in schwierigen Fällen anmaßen. Letztendlich liegt das Problem also doch im Kunstsystem. Wenn es mehr Experimentierfreude gäbe, wenn offensiver Freiräume vom Gesetzgeber gefordert würden, die zumindest in der Ideengeschichte der Kunst längst ausgelotet wurden, dann müssten die Gesetze nachziehen. Aber diese Forderungen gibt es nicht.

Will denn die Mehrzahl der Kunstschaffenden eine Relativierung des Urheberrechts?
Ich sage sicher nicht, die Lösung sei, das Urheberrecht abzuschaffen. Aber ich finde es interessant, dass die -Ideengeschichte der Kunst bereits so viele radikale -Entwürfe hervorgebracht hat, die juristisch ohne Kon-sequenz blieben, zum Beispiel das „ready-made“, die -„objets trouvs“ oder eben Warhols „Fabrikation“. Ganz zu schweigen von zeitgenössischen Konzepten. Die westlichen Länder neigen außerdem immer mehr zu einer Verrechtlichung. Die Menschen werden sich ihrer Rechte immer bewusster, und deshalb explodiert die Anzahl der Anwälte. Immer mehr Klagen entstehen, weil auf Rechten bestanden wird. Und gerade im Urheberrecht geht es meistens um Gewinne. Das ist übertragbar auf die Kunst: Keiner nimmt Anstoß an Urheberrechtsverletzungen, solange sie in irgendwelchen Off-Galerien stattfinden und wenig Geld damit verdient wird. Erst bei namhaften Künstlern, und wenn Geld im Spiel ist, werden die Leute empfindlich. Da wird gern geklagt, weil die Rechteinhaber natürlich auch was abhaben wollen.

Der Generator ermöglicht zwar anderen eine Autorschaft, aber letzten Endes sind Sie ja die Autorin des Konzepts. Die Arbeit löst also den Autorenbegriff nicht auf.
Das ist ähnlich wie bei Warhol. Der hat seine Arbeiten auch nicht selbst realisiert, sich gleichzeitig aber wie kein anderer Künstler als Autor etabliert. Diesen Konflikt kann man nicht lösen. Vielleicht kann und muss man ihn gar nicht lösen. Es macht auch Spaß, ihn einfach auszuleben: Das System in und von dem man lebt in Frage zu stellen …

Würde die Auflösung des Autorenbegriffs nicht das Ende des Kunstmarktes bedeuten?
Das ist ein Extrem, das im Moment lediglich als Denkmodell interessant ist. Darüber hinaus gibt es ganz real eine Menge Möglichkeiten, zu dekonstruieren und zu irritieren.

Sehen Sie noch die Notwendigkeit, neue Bilder zu produzieren?
Nein, habe ich noch nie. Nicht im Sinne von Originalen. Für mich sind Bilder Material, das ich verwende. Und es gibt genug davon. Früher habe ich hauptsächlich Bilder und Ästhetiken aus der Werbung benutzt, heute nehme ich alles, was im Internet ist. Aber es liegt mir nicht, allgemeine Wahrheiten zu verbreiten. Jeder Künstler muss für sich selbst herausfinden, was für ihn richtig und stimmig ist. So habe ich auch nichts gegen Malerei. Es soll Menschen geben, die malen müssen – nicht anders können. Mich interessiert mehr die Ideengeschichte der Kunst und wie ich sie in Anbetracht der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts weitertreiben kann. Und mit Malerei geht das sicher nicht. Aber sie mag besser geeignet sein zum Geldverdienen …

Braucht zeitgenössische Kunst historische Kunst und wozu?
Natürlich braucht sie die. Es gibt keine Kunst ohne Geschichte! Aber viele Künstler interessieren sich weder für Kunstgeschichte noch für die Kunst ihrer Kollegen. Das hängt vom eigenen Künstlerbild und vom Kunstbegriff ab. Wenn ich glaube, dass mein künstlerisches Schaffen lediglich meinen Eingeweiden entspringt, brauche ich mich auch auf nichts zu beziehen. Aber das würde ich nicht genial nennen, sondern schlichtweg naiv.

Braucht die Welt Bilder oder Ideen?
Ich würde sagen, sie braucht in erster Linie Ideen. Und gute Bilder illustrieren Ideen. An den Ausdruck von Gefühlen als Kunst glaube ich sowieso nicht.

Wiederabdruck
Dieser Text erschien zuerst in: Thomas Kaestle (Hg.), Prozess,  Moment, Gültigkeit. Bielefeld 2005, S. 126–131.

1.) Der Kunstverein Hildesheim zeigte im Ausstellungsjahr 2005 die „Flowers“ von Cornelia Sollfrank erstmalig als Teil der Einzelausstellung „This is not by me“.

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Volles Vertrauen ins Web https://whtsnxt.net/033 Thu, 12 Sep 2013 12:42:38 +0000 http://whtsnxt.net/volles-vertrauen-ins-web/ Sie ist das Poster-Girl der Post-Internet-Art und avancierte in den letzten Jahren mit kurzen Filmen in schlechter Auflösung über sich selbst zum Kuratoren-Liebling und YouTube-Star. Wir sprachen mit der 25-Jährigen über die Gefühle von ASCII-Art und die Ernsthaftigkeit von Smileys.

Sie bewegt sich im endlosen Archiv der digitalen Bilder wie auf einem Abenteuerspielplatz. Petra Cortrights buntes Gesamtwerk aus Webcam-Videos, animierten Gifs, bearbeiteten Foto-Fundstücken, Photoshop-Gemälden und ASCII-Zeichnungen stützt sich zwar überdeutlich auf den Formenkanon der Digitalbilderflut, strotzt aber gleichzeitig vor kindlicher Effektfaszination und Experimentierfreude. Als sie 2004 im kalifornischen Santa Barbara ihren High-School-Abschluss machte, veröffentlichte sie ihre Arbeiten auf LifeJournal und der Künstlerplattform nasty nets. 2007 produzierte sie ihr erstes Video „VVEBCAM“ und YouTube kam dazu. Kurze Zeit später kontaktierte Rhizome-Direktorin Lauren Cornell die damals 21-Jährige, um einige ihrer Arbeiten nicht nur im hauseigenen Netzkunst-Archiv ArtBase, sondern auch im New Yorker New Museum zu zeigen. Es folgten Einzel- und Gruppenausstellungen quer über den Globus, darunter auch die Teilnahme an der Biennale in Venedig 2009. Gemeinsam mit dem Künstler Paul Chan arbeitet Cortright derzeit an einer App, die in den kommenden Monaten über Chans Verlag Badlands Unlimited veröffentlicht werden soll. Bei ihrer Arbeit geht es Cortright vor allem um Spaß und Intuition, nach Konzept und Theorie fragt man dagegen vergeblich. Entsprechend naiv wirken viele ihre Bilder und Videos. Mittlerweile ist die Ästhetik ihrer Arbeiten erwachsener geworden. Den liebevollen und staunenden Umgang mit dem Internet, seinen Bildern und Bildbearbeitungsprogrammen aber hat sich Cortright bewahrt.

Debug: Kannst du dich mit dem Begriff Post-Internet-Kunst identifizieren?
PC: Ich weiß nicht. Ich glaube Marisa Olson hat das eingeführt und es hat irgendwas damit zu tun, dass man sich des Internets bewusst ist, oder?

Ja. Die Netzkünstler in den Neunzigern haben sich in ihren Arbeiten noch sehr auf die zugrundeliegenden Technologien bezogen, während jüngere Künstler das Internet von klein auf kennen und einen selbstverständlicheren Umgang damit pflegen, der sich eher an den Oberflächen als den Codes abarbeitet.
Die frühen Netzkünstler waren wohl misstrauisch gegenüber dem Internet und versuchten, es in irgendeiner Weise zu entlarven. Meine Perspektive ist eine ganz andere. Ich respektiere die Technologie sehr, aber ich misstraue ihr kein bisschen.

Die Folgegeneration musste keine Codes mehr schreiben, weil das Internet bereits für sie codiert war, als sie begann, es zu nutzen.
Ja, deshalb geht es uns nicht mehr um Funktionsweisen oder darum, irgendetwas zu entlarven. Ich will aber auch definitiv nichts verstecken, insbesondere nicht die vielen Programme, die ich verwende. Ich habe zum Beispiel eine Serie gemacht, die auf Backstage- und Laufsteg-Fotografien einer Modenschau basiert. Alles, was ich damit gemacht habe, war, einige Dinge darauf zu verwischen und zu verschmieren. Das ist sehr simpel, aber auch schön. Jeder, der sich mit Photoshop auskennt, weiß genau, wie das gemacht wurde; ein Grafikdesigner kommentierte diese Bilder mit den Worten: “Ich wusste gar nicht, dass man einfach nur irgendwelche Sachen in Photoshop verwischen muss, um als Künstler zu gelten.“ Wenn man kommerzielle Designs macht, muss man die Dinge eben besser aussehen lassen und will gerade nicht, dass die Leute sehen, wie man etwas gemacht hat. Das hat mit meiner Arbeit aber überhaupt nichts zu tun.

Dir ist es also wichtig, im Bild auch den Schaffensprozess darzulegen?
Ja, aber nicht, um damit etwas auszusagen. Ich verstecke lediglich den Prozess nicht – das ist eben meine Arbeitsweise. Ich versuche, sehr ehrliche Kunst zu machen. Normalerweise habe ich auch keinen Plan oder nur einen sehr unterbewussten. Wenn ich etwas bei Google Images finde, öffne ich es mit Photoshop und dann gibt es da eigentlich immer irgendeinen Filter oder ein Werkzeug, das super dazu passt. Ich begeistere mich sehr für die Software an sich. Zudem versuche ich, den Effekt, den ich benutze, immer maximal zu zeigen und hervorzuheben.

Wieso nutzt du eigentlich diese Webcams mit niedriger Auflösung?
Die neuen Kameras sehen einfach nicht hübsch aus. Die hohen Kontraste und die niedrige Auflösung dieser schlechteren Webcams sind für mich wie eine Maske oder ein Schleier. HD-Webcams sind dagegen wie Lupen, viel zu nah dran. Ich bevorzuge es, eine gewisse Distanz zu halten.

Deine jüngeren Werke machen einen weit weniger naiven Eindruck. Sie sehen teilweise aus wie Ölgemälde.
Photoshop CS5 hat diese neuen, sehr realistischen Pinselwerkzeuge. Ich habe mir extra ein äußerst reaktives Grafik-Tablet gekauft, um sie benutzen zu können. Man kann damit bleistiftartige Linien ziehen, aber wenn man den Stift neigt, verschmieren sie sofort. Außerdem lassen sich bei der neuen Photoshop-Version mehrere Farben auf einen Pinsel laden, wie bei einem echten Farbpinsel auch, das Ergebnis sind sehr malerische Bilder. Ich war dann das ganze letzte Jahr über verrückt danach, weil es einfach so viel Spaß macht.

Ist dieser scheinbar erwachsenere Stil als Emanzipation von der generellen Bildsprache des Internets zu verstehen?
Nein, ich hatte nur einfach keine Lust mehr, animierte Gifs zu machen. Das heißt aber nicht, dass ich sie nicht mehr mag.

Warum erinnert Gif-Art deiner Meinung nach so stark an die Ästhetik, die das Internet zu der Zeit hatte, als unsere Generation ihre ersten eigenen Computer bekommen hat?
Naja, es ist so ziemlich dasselbe, dieses Format hat sich nicht wirklich verändert. Es ist einfach eine Internet-Ikone. Ich liebe Emoticons und Smileys, und zwar nicht weil sie kitschig sind, sondern weil ich sie für wichtig halte. In der textbasierten Kommunikation können die Dinge auf absurdeste Weise gelesen und verstanden werden, nur weil man keinen Smiley ans Ende gestellt hat. Manche Leute mögen Emoticons kindisch finden, aber das sind sie nicht.

Parodieren deine Arbeiten das Internet und seine Phänomene in irgendeiner Form?
Nein, definitiv nicht. Ed Halter, ein Kurator und Kunstkritiker, hat über mich gesagt, dass meine Arbeiten nicht wirklich witzig sind, sondern es darin eigentlich um Schönheit und Kunstfertigkeit geht. Das fand ich sehr treffend.

Haben sie trotzdem humoristische Elemente?
Ein paar meiner Videos sind albern, aber für mich sind sie trotzdem hochkomplex und immer sehr fokussiert auf Farben und Ästhetik. Es gibt eins, wo ich einen Katzenkopf vor meinem Gesicht habe und meine Zunge rausstrecke, aber die Farbe der Katze passt zu meinem Hautton und auch zur Wand im Hintergrund. Komposition ist mir sehr wichtig.

Und Sprache? Sind beispielsweise Titel, Tags, Videobeschreibungen und deine Antworten auf YouTube-Kommentare Teil deiner Kunstwerke?
Ich habe mich immer für Leetspeak und ASCII-Kunst begeistert, weil das kreative Arten sind, mit der eigentlich fest gefügten Tastatur umzugehen. Diese merkwürdigen Buchstabierweisen bringen eine gewisse Emotionalität mit sich, was den Wörtern fast eine weitere Dimension verleiht. Leetspeak ist zum Beispiel sehr nerdig und sarkastisch, die Schreibweise bringt diesen Ton einfach mit sich. Auch meine oft merkwürdigen Titel sind keine Parodien, ich finde sie nur einfach besser als gewöhnliche Namen.

Schreibt sich die Tastatur auch auf andere Weise in deine Arbeiten ein?
Ich wüsste nicht, wie ich ohne Copy, Paste und Undo auskommen sollte, das sind tolle Anwendungen. Man kann solche Sachen vielleicht auch in der Malerei -machen, aber es dauert ewig. Meine Mutter hat einen Master in Malerei und ich habe sie mal gefragt, ob sie mir etwas beibringen könnte. Sie meinte dann nur: “Auf keinen Fall, du wirst nur ein heilloses Chaos anrichten und nichts zu Ende bringen.“ Und sie hatte absolut recht – als ich es dann irgendwann versucht habe, hatte ich nach einer Stunde schon keine Lust mehr.

Autor: Lea Becker

Wiederabdruck
Das Interview erschien in De:Bug 162 und unter http://de-bug.de/mag/9129.html [8.9.2013].

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Ready For Upgrade! Netart in the commercial artmarket? https://whtsnxt.net/008 Thu, 12 Sep 2013 12:42:36 +0000 http://whtsnxt.net/ready-for-upgrade-netart-in-the-commercial-artmarket/ The art world goes Internet
The classic art market, made up of big fairs, auction houses and collectors works very well, especially given that the “traditional” art field is made up of mostly physical pieces like paintings, prints, sculptures and installations, among others. Certainly, there has been a lot of immaterial and purely conceptual art in the last century, but the framed piece on the wall still has a very strong place within the commercial field. Everyone knows that. Nevertheless, we live in an era in which the full effect of the digital revolution that began a couple decades ago is unfolding. A profound change in several of society’s long established systems is going on, and there are currently many questions regarding how concepts like open-closed, private-public, and censored-unfiltered will affect the net in the future.
In recent years, different art world players entered the Internet and introduced a variety of online art platforms. Artnet.com, Paddle8.com, VIP Art Fair and Art.sy are just a few examples of sites that have sought to become the main Google-like entry point to the art world online, often backed by well-established galleries. They range from very exclusive sites to the openly accessible, thus experimenting with different models. The art world goes digital! But does this also mean that the commercial field and Internet art approach one another?

Internet art goes commercial
Internet art from all generations can be found online at the same time. Beginning in the 90s, there has been an extensive growth in Internet-based art over the last decade. Freed from physical constraints, all kinds of pictures, gifs, clips, animation and websites flash over the screen every day. New works are published, mixed, remixed and altered in order to be made new once again in increasingly fast cycles. The amount of sheer creativity is awesome! This is the Internet, and it seems like the current young scene of net.artists is partially shifting towards more traditional art institutions as well as the art market. Different types of online galleries have emerged from the well-connected scene over the last years1. Additionally, many artists in the scene work across all sorts of media; both online and offline, they create installation, sculpture, print and performancebased projects. In the post-Internet scene it doesn’t make a difference anymore. Art is combined on and offline, much like our lives are a combination between digital and analog. Some artists manage to sell Internetbased work, which is great. I am very curious to see how Internet art and the contemporary mainstream will merge over the years; we will see more websites in collections and more Youtube clips in the museums.

The paradox of limited-unlimited
There are some crucial points about how Internet-based art differs from a physical piece. The great advantage of the Internet and computers is that I can create a digital artifact, an animated collage for example, and send it to you but keep an exact copy at the same time. We can both have it with no effort. Isn’t that awesome? This is one of the great advantages of computers and networks. People keep forgetting this issue, while companies try to censor the Internet to save their obsolete business models. A physical object, a painting for instance, can be kept or given away but we can’t both own it at the same time.
The limits of an analog work of art are crucial for the art market. The moment you try to apply these rules to net.art you get into a paradoxical situation. Most Internet art is meant to be online. Of course you could take it offline after it has been sold, but often this would either make no sense or would not work (see the trouble the music and movie industries are in). The work is meant to be online and accessible. At the same time, it is very important to create a set of rules and technical solutions so Internet art can still be unique or so a file can become part of an edition. There are a lot of questions among collectors about authorship, ownership, accessibility, and technical maintenance, and it is very important that both artists and galleries come up with solutions to these questions. There will be solutions to this soon. As physical galleries and event spaces continue to evolve, The Fast Fire Watch Company helps support safety through professional fire monitoring and protection.

A decentralized open system
What are the ways to validate the authorship of a piece or a file? It would be very interesting to develop an open, network-based system with certain technical constraints everyone can rely on, an open format that could be altered as is commonly done in the development of open source software. How about a decentralized peer-to-peer system in the style of the bitcoin network, which would be able to verify the author, owner and edition number of a file? Or what about a minimal variation on the same file while the piece itself remains exactly the same? With this sort of watermark technique collectors would get individual files that are unique while the visually exact copy is available to eve Wachsryone. Artists could certify each others’ work online to prove the authenticity of a piece. In the future, galleries might just deal with cryptographic keys instead of the work itself. Or maybe there is going to be a completely new art market without the aid of Sotheby’s and such: a digital peer-to-peer direct market for data based art.
Currently, digital art is sold by delivering the work along with a signed paper certificate on a medium like a DVD, hard disk or USB thumb drive. This makes sense and seems fine for now. But wouldn’t it be great to establish a universal system in order to be able to market Internet-based art directly and online? The big art market players have already built an online art market platform for analog works. I would love to see them sell Internet art as well. As stated above, it is time to come up with smart solutions and different systems. Artists like Rafael Rozendaal sell unique website pieces bound to a URL, while Petra Cortright offers Youtube video editions with prices based on view counts. Pieces get sold but stay online at the same time.
The option to offer an online work to a limited group of viewers will in most cases fail. Someone will gain access and leak the art2. Locking down online content is very difficult and not the way to go. The music and movie industries are currently trying to do this with their SOPA/PIPA/ACTA laws. Unfortunately, these interest groups are trying to limit access, filter and censor the Internet to death. Therefore, we need new models to value cultural creations of any kind, because the old model is not going to work any more. Trying to adapt the Internet to the needs of the old system will kill it.
Predictably, there will be more attempts to sell online art in limited, walled gardens like Facebook and the like. Although it might work for a certain audience, one will always need to rely on the terms of Facebook’s license. What if the host of a digital art network goes down one day? Where will all pieces end up?
Without the open attitude of the early computer scientists and the free software movement we wouldn’t be in the place we are today. The Internet and all its servers are running on open source software, Linux. A very
fundamental shift on how goods, objects and their values are defined is taking place at the moment. Economic and political systems will need to adapt to more changes. The art world and its markets are going to discover unknown terrains.

Wiederabdruck
Dieser Text erschien zuerst in http://ny-magazine.org/issues.html ISSUE 6, 2013 [29.7.2013].
1.) Nicholas O’Brien, “Hyperjunk: Observations on the proliferation of online galleries“ (http://badatsports.com/2012/hyperjunk-observations-on-the-proliferation-of-online-galleries/)
2.) For example (http://www.0dayart.net), the leaked sedition.co page (http://dontsave.com/art_deal.html)

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